Car-ramming als neuer Sport

Die Autos von Heidi Riegelhofer und Gariele Mechtler wurden fast zeitgleich gerammt.Foto: Keminger
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Binnen weniger Minuten passierten am 18. Jänner in der Nähe der Gasstation Wildendürnbach zwei praktisch identische und überaus mysteriöse Unfälle.
Die Volkshilfe-Mitarbeiterinnen Gabriele Mechtler und Heidi Riegelhofer waren mit ihren Privatautos um 19.45 Uhr Richtung Wildendürnbach unterwegs, als ihnen zwei Autos entgegenkamen. Und dann der Schock: Plötzlich scherte der erste entgegenkommende Wagen aus unerfindlichen Gründen Richtung Straßenmitte aus und rammte die entgegenkommenden Fahrzeuge der beiden Frauen. Die zwei Lenkerinnen konnten sich gerade noch auf der Straße halten, eine streifte die Leitpflöcke, sodass ihr Auto sogar beidseitig schwer beschädigt wurde, beim zweiten Fahrzeug flog der Rückspiegel der Fahrerseite davon. Und der entgegenkommende Lenker eines roten Wagens beging Fahrerflucht.
Ebenso der knapp hinter ihm fahrende zweite Autofahrer. „Wir hatten den Eindruck, dass der zweite den Unfall mitgefilmt hat – sah sehr nach einer Mutprobe aus“, berichten Riegelhofer und Mechtler gegenüber den Bezirksblättern Mistelbach übereinstimmend. Und tatsächlich finden sich auf youtube etliche Videos zum Thema „Car-ramming“.
„Das ist ungeheuerlich. Nicht auszudenken, was den Kolleginnen passieren hätte können“, ist Volkshilfe-Bezirksvorsitzende Johann Keminger außer sich – und bittet um sachdienliche Hinweise an die Polizeiinspektion Laa. Ewald Schingerling

Car-ramming gibt es als Computerspiel. Auch auf youtube ist einiges zu diesem Thema zu sehen. Dabei geht es darum, an andere Autos anzufahren oder sogar Menschen zu überfahren. Eine überaus brutale Angelegenheit.
Es ist leider nicht auszuschließen, dass sich daraus bereits eine Art „Mutprobe“ entwickelt hat, andere Autos bei voller Fahrt zu streifen und Unfälle zu provozieren.
Es gab offenbar bereits Fälle, wo junge Erwachsene schrottreife Autos mit falschen Kennzeichen ausgestattet hatten, um so an andere Fahrzeuge anzufahren und dort möglichst großen Schaden zu verursachen. Danach verschwinden die Tatfahrzeuge wieder in irgendeinem Schuppen und die von einem nachkommenden Freund mit Kamera oder Handy gefilmten Szenen sorgen für eine makabre Unterhaltung bei der nächsten „Mutprobe-Party“.
Manchmal handelt es sich bei Car-ramming auch um Versicherungsbetrug.

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