Parken in Mödling
Sorge um weitere Leerstände durch Ausweitung der "Blauen Zone"
- Matthias Pfeiler, Nina Strass-Wasserlof und Gert Zaunbauer befürchten weitere Leerstände.
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Bürgerinitiative und Wirtschaftsbund befürchten durch die Ausweitung der Blauen Zone Nachteile für die Innenstadt.
BEZIRK MÖDLING. Die geplante Ausweitung der gebührenpflichtigen Kurzparkzone sorgt in Mödling weiter für Diskussionen. Nachdem die Bürgerinitiative „Parken in Mödling“ bereits im Juni einen Initiativantrag mit rund 900 Unterschriften gegen die Pläne an die Stadt übergeben hat, sucht sie nun auch die Unterstützung der Wirtschaft. Gemeinsam mit dem ÖVP-Wirtschaftsbund wurden Unterschriften von Unternehmern gesammelt, die durch die Ausweitung der „Blauen Zone“ Nachteile für ihre Betriebe befürchten.
Für die Wirtschaft gehe es vor allem um Frequenz, betont der ehemalige Wirtschaftsstadtrat und ÖVP-Wirtschaftssprecher und Obmann Gert Zaunbauer: „Das höchste Gut für die Wirtschaftstreibenden ist die Frequenz. Da ist schon die Anreise ein wesentlicher Faktor. Wenn Leute überlegen, ‚tu ich mir Mödling überhaupt an, oder fahre ich in die SCS‘, ist es schon zu spät.“ Die Ausweitung der Blauen Zone könne daher nicht im Sinne der Wirtschaft sein.
Zu viele Leerstände
Die Situation sei bereits jetzt schwierig. „Der Leerstand grassiert bereits in Mödling, und die Stadtregierung lässt viele Chancen liegen“, kritisiert Zaunbauer. Wirtschaftsbund-Obmann Matthias Pfeiler verweist zudem auf die Situation der Beschäftigten. Von mehreren Angestellten habe er gehört: „Wenn diese Blaue Zone kommt, suche ich mir einen anderen Job.“ Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern sei ohnehin schwierig genug, so Pfeiler.
Auch bei den Kunden sehen Initiative und Wirtschaftsbund Probleme. „Es wird vergessen, dass die Konsumenten aus den umliegenden Gemeinden kommen, und zwar mit dem Auto. Die wollen auch Parkplätze vorfinden“, sagt Zaunbauer. Als Beispiel nennt er eine Kundenbefragung der Firma Krawany über den Jahreswechsel, bei der demnach 63 Prozent angaben, mit dem Auto zu kommen.
- Bürgerinitiative und VP-Wirtschaftsbund befürchten Verschlechterungen für Betriebe und Kunden.
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Kritisch sehen die Unternehmer auch den zeitlichen Zusammenhang mit dem geplanten neuen Parkhaus. „Bis ein solches steht, kann es dauern, aber schon jetzt sollen die Parkmöglichkeiten reduziert werden“, sagt Pfeiler.
Bürgerinitiative-Sprecherin Nina Strass-Wasserlof warnt ebenfalls vor negativen Auswirkungen auf die Innenstadt. „Wenn jetzt auf Biegen und Brechen viele Parkplätze vernichtet werden, wird die Mödlinger Wirtschaft sicher ein Problem bekommen und auch viele Bürger haben ein Problem damit: Der Aufruf, auf das Auto zu verzichten, geht auch an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei“, sagt sie.
Unsicherheit bei Unternehmern
Was Initiative und Wirtschaftsbund vor allem vermissen, ist ein klarer Fahrplan für die Parkraumbewirtschaftung. Pfeiler spricht von einem „einheitlichen Konzept“ für Mödling-Besucher ebenso wie für Mitarbeiter der Betriebe. Für Unternehmer sei Planungssicherheit wesentlich: „Wenn kein klares Konzept da ist, warten auch die Unternehmer mit Investitionen ab, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht.“ Zaunbauer ergänzt: „Einen Leerstand wegzubekommen ist zehn Mal mehr Arbeit, als den Bestand zu halten.“
Auch der geplante Zukunftsrat ist Thema. Zaunbauer hofft, „dass das Parkthema nicht an diesen abgewälzt wird“. Die Initiative fordert von der Stadtregierung ein klares Parkraumkonzept für Mödling und bessere Information. Gleichzeitig wendet sie sich gegen Aussagen, wonach die Wirtschaft eine Erweiterung der Blauen Zone wünsche: „Die Koalition soll bitte aufhören, zu sagen ‚Die Wirtschaft‘ würde sich eine Erweiterung der Blauen Zone wünschen, das stimmt so nicht“, meint Strass-Wasserlof.
"Konzept wurde kommuniziert"
Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker (Grüne) kann die Kritik, es fehle ein Konzept, nicht nachvollziehen. „Der weitere Fahrplan wurde im Jänner 2026 öffentlich kommuniziert.“ In den kommenden Monaten sollen die konkreten Umsetzungsschritte für die neue Kurzparkzone im Zentrum erfolgen. Verzögerungen habe es laut Pöchhacker wegen einer ausstehenden verkehrsrechtlichen Rückmeldung der Landesregierung gegeben. Einige Monate nach der Einführung soll das Parkraumangebot samt Auslastung in ganz Mödling evaluiert werden.
- Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker.
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Auch die Befürchtung von Problemen für die Wirtschaft teilt Pöchhacker nicht. Ziel der Kurzparkzone sei es eben gerade, „den Kunden und Besuchern der Mödlinger Innenstadt ausreichend Angebot an Parkplätzen anbieten zu können“. Für Mitarbeiter stünden weiterhin zahlreiche kostenlose Stellplätze in fußläufiger Entfernung zur Verfügung. Mit der Beibehaltung der Mittagspause und der Ausdehnung der maximalen Parkdauer auf drei Stunden seien zudem zwei Wünsche des Innenstadthandels und der Gastronomie erfüllt worden.
Bezüglich des Zukunftsrats bestätigt Pöchhacker, dass sich dieser auch mit dem Thema Parken beschäftigen soll („Das ist Teil unseres Regierungsprogramms“), dabei solle es aber
um „langfristige Fragen und einen Blick in die Zukunft“ gehen und eine „ergebnisoffene Diskussion über die Parkplätze in der Stadt“ geführt werden. Die Parkraumbewirtschaftung sei zudem nur ein Teil der Strategie zur Belebung der Innenstadt. Veranstaltungen, das Kulturangebot und neue öffentliche Flächen mit Aufenthaltsqualität seien weitere Bausteine.
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