Sommerspiele Perchtoldsdorf
Till Eulenspiegel

Foto: Fotos: Alexander Paul Kubelka, Barbara Pallfy, Jan Frankl
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  • hochgeladen von Johann Günther

Perchtoldsdorf – Zum 50. Mal wird heuer vor der Kulisse der Burg Theater gespielt. Das schon seit einigen Jahren bewährte Team um Alexander Paul Kubelka bringt eine Version von Till Eulenspiegel auf den Spielplan. Ursprünglich war Till Eulenspiegel in Norddeutschland angesiedelt. Der im 19. Jahrhundert lebende belgische Dichter Charles de Costers übertrug die Figur nach Spanien und die Niederlande, wo er seinen „Ulenspiegel“ in einem Epos des Freiheitskampfes der Flamen gegen die spanische Unterdrückung positioniert, und formte damit ein Identitätsstück für die Belgier. Der Roman hat 1000 Seiten. Das Team in Perchtoldsdorf hat daraus den ersten Teil, der die Jugend Tills darstellt, entnommen. Im zweiten Teil wurden auch Quellen aus Briefen hinzugefügt.
Im Mittelpunkt des Abends steht Till Eulenspiegel – gespielt von Fabian Krüger, der vor allem im zweiten Teil auch das Publikum in die Handlung spontan mit einbezieht. Diese Hauptfigur ist ein streitbarer, geistreicher und zugleich geheimnisvoller Mensch der europäischen Kulturgeschichte.
Der zweite Teil des Theaterabends – in der Pause wurde das Publikum wieder mit lokalem Wein und Speisen verköstigt – war eher psychologisch und versuchte aufzuzeigen, wie der damals 80-jährige Krieg die Menschen veränderte. Die Spanier – selbst reich geworden – wollten nichts mehr an das Stammhaus der Habsburger abgeben und leisteten Widerstand. Der Kontrast wird im Stück durch Überzeichnungen hervorgehoben: die Spanier in übertriebener Form und die Flamen als erdige und schlichte Menschen.
Das Bühnenbild symbolisiert ein flämisches Dorf. Die einzelnen Häuser sind aus Kunststoff und können leicht umgebaut werden. Laut Bühnenbildner sind sie auch recyclebar.
Dieser Theaterabend hat viel Humor und Leichtigkeit, aber auch einen Tiefgang mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen. „Till Eulenspiegel“ erscheint auf der Bühne nicht als harmloser Schelm, sondern als Revoluzzer. Vor allem der zweite Teil des Theaterabends ist voller Emotionen und Spannung, sodass man nicht merkt, wenn es 23 Uhr wird.
Till Eulenspiegel wird noch bis 1. August 2026 gespielt: https://www.sommerspiele-perchtoldsdorf.at/

Foto: Fotos: Alexander Paul Kubelka, Barbara Pallfy, Jan Frankl
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