Wiener Musikgeschichte
Josef „Muff“ Sopper über 30 Jahre Planet Music

Im Lauf seiner Karriere traf Muff Sopper (r.) auf viele Stars: darunter auch Schock-Rocker Alice Cooper. | Foto: Amanda Peniston Bird
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  • Im Lauf seiner Karriere traf Muff Sopper (r.) auf viele Stars: darunter auch Schock-Rocker Alice Cooper.
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Vom Rockhaus bis zum Gasometer und der SiMM City: Vor 30 Jahren legte Josef „Muff“ Sopper den Grundstein für das Unternehmen Planet Music. Damit prägte er die Wiener Musikszene wie kaum ein anderer. Zum runden Geburtstag bat ihn die bz-Wiener Bezirkszeitung zum Interview.

Wenn Sie zurückblicken auf 30 Jahre Planet Music was sind die ersten Erinnerungen, die Ihnen einfallen?
SOPPER: Der erste Tag, an dem wir den Standort in der Adalbert-Stifter-Straße 73 im 20. Bezirk damals übernommen haben, war natürlich denkwürdig. Wir sind da in einen operativen Betrieb hineingestoßen worden und es war nicht so einfach, da einfach weiterzumachen. Vorher war das ja schon ein Teil des Vereins Wiener Jugendzentren. Das war eine grenzwertige Erfahrung, denn es hat eine gewisse Anlaufzeit gebraucht. Wir waren ja noch kein eingespieltes Team. Aber wir konnten bald die ersten Erfolge feiern.

Gibt es eine spezielle Herausforderung, an die Sie da zurückdenken?
Die erste große Sache war die Umbenennung in „Rockhaus“, das war im September 1989. Da haben wir eine Metal-Show ersten Ranges veranstaltet: den ersten Auftritt der heute weltweit erfolgreichen Metal-Band Sepultura in Europa!

Hätten Sie sich bei der Eröffnung des Rockhauses gedacht, dass Sie 30 Jahre später ein Jubiläum feiern werden?

Das war wirklich nicht absehbar. Wir haben uns stetig weiterentwickelt. 1999 haben wir das Rockhaus in Planet Music umbenannt, weil wir uns nicht auf eine Musikrichtung beschränken wollten. Es war das Jahr, in dem wir eine Show des Rappers Eminem organisiert haben, übrigens auch die bislang einzige in Österreich.

Das Gebäude des Rockhauses an sich gibt es ja heute nicht mehr. Wie ging die Geschichte weiter?
Die Location musste einem Wohnblock weichen, also haben wir mit der Stadt Wien verhandelt. Im Zuge dessen kam die Idee mit dem Gasometer auf. Das war natürlich ein gutes Stück größer, aber wir haben uns das zugetraut. Zusätzlich brauchten wir aber dennoch einen Veranstaltungsort für die kleineren Bands, die den Gasometer einfach noch nicht füllen können: So kam es zur Kooperation mit der Szene Wien.

Sie betreiben ja auch die SiMM City und sind maßgeblich am Donauinselfest beteiligt. Fühlt man da auch ein wenig Verantwortung, wenn man so eine prägende Gestalt für die Wiener Musikszene ist?
Natürlich! In erster Linie habe ich Verantwortung gegenüber meiner Familie und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber. Meine Unterstützung gilt natürlich auch der heimischen Musikszene. Die internationalen Shows werden heute zumeist von großen Veranstaltern abgewickelt, das liegt mir nicht so am Herzen. Wichtiger sind mir zum Beispiel die Planet Festival Tour und die Auftritte heimischer Bands, denn ihnen bieten sich sonst nicht so viele Möglichkeiten. Wir bringen diese Bands dann auch bei großen Festivals und am Donausinselfest unter, das sind die Möglichkeiten, die wir bieten können.

Was war Ihrer Meinung nach die größte Veränderung in der österreichischen Musikszene in den vergangenen 30 Jahren?
Es hat eine stilistische Erweiterung gegeben, das ist das Wesentliche. Musikalisches Niveau und musikalisches Selbstverständnis sind darüber hinaus gestiegen. Man geht heutzutage mit mehr Fachkenntnis und besserer technischer Ausrüstung auf die Bühne. Erfreulicherweise steigt auch der Anteil an Frauen in der Musikszene stetig.

Wann war klar, dass Sie ihr Leben der Musik widmen werden?
Mit sieben Jahren! Da bekam ich ein Akkordeon, das war aber nicht ganz meins. Mit acht lernte ich Gitarre, studierte später auch am Konservatorium und spielte nebenbei immer in Bands.

Wenn man den 30. Geburtstag feiert kann man vielleicht auch einen Blick in die Zukunft wagen. Was ist in der nächsten Zeit geplant?

Ich kann eines sagen: Wir werden ein wunderbares Donauinselfest haben. Gemeinsam mit meinem Team ist es mir gelungen, ein zugkräftiges Line-Up zu buchen. Gutes Wetter habe ich auch schon bestellt!

Zur Person: Josef „Muff“ Sopper

Josef „Muff“ Sopper gründete Verein Tonau woraus sich später der Verein "Vereinigte Österreichische Musikförderer" entwickelte. Als er 1989 das Rockhaus in der Brigittenau übernahm, war das der Beginn von Planet Music. Seine drei liebsten Wiener Bands sind Edmund, Seiler und Speer und Drahdiwaberl.

Im Lauf seiner Karriere traf Muff Sopper (r.) auf viele Stars: darunter auch Schock-Rocker Alice Cooper. | Foto: Amanda Peniston Bird
Josef "Muff" Sopper im Interview für die bz-Wiener Bezirkszeitung | Foto: Michael Hoffman
Josef "Muff" Sopper ist der Geschäftsführer von Planet Music und prägt damit seit 30 Jahren die Wiener Musikszene. | Foto: Michael Hoffman
Josef "Muff" Sopper beim Gasometer, einem der Veranstaltungsorte des Planet Music. | Foto: Sabine Hauswirth
Das alte Rockhaus im 20. Bezirk musste einem Wohnblock weichen. | Foto: Manfred Paganotta
Josef "Muff" Sopper bringt immer wieder heimische Nachwuchs-Acts auf die Bühnen des Donauinselfests. | Foto: Michael Hoffman
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