Die Strategie des Koalas:
Mein Weg zur neuen Gelassenheit

Foto: © Bild: Gemini Flash

Die Strategie des Koalas: Mein Weg zur neuen Gelassenheit
Mein Name ist Johann. Ich bin ein „Hausmastabua“ aus Wien - ein echtes Kind der Vorstadt. Eigentlich besaß ich die Urkunde für den Ruhestand, fand aber keinen Gefallen daran. Stattdessen rannte ich bis vor kurzem durch den stressigsten Marathon meines Lebens.

Der Unruhestand
Obwohl mein Berufsleben hinter mir liegt, fand ich keine Ruhe. Ich hetzte zwischen Terminen sowie Erledigungen hin und her. Mein Kopf schwirrte: „Ich erledige noch dies, ich mache noch jenes fertig!“ Mein Terminkalender steckte voller Einträge als zur Zeit meiner Arbeit.
Meine Frau - ich nenne sie respektvoll „die Chefin“ - schimpfte oft mit mir: „Johann, du bist keine Straßenbahn nach Fahrplan. Du bist Pensionist! Ruh dich aus, leg dich hin.“ Manchmal nervte mich ihre Art, aber im Grunde hatte sie recht: Meine eigene Unruhe trieb mich an.

Die digitale Erleuchtung
Eines Tages surfte ich in den sozialen Medien und entdeckte ein Foto. Es veränderte mein Leben: Ein Koalabär. Er hing entspannt in seinem Eukalyptusbaum, mit geschlossenen Augen und einem leichten Lächeln.
In diesem Moment verstand ich alles. Dieser Bär wusste, was im Leben wirklich zählt. Plötzlich sah ich klar. Ich fand mein neues Vorbild, meinen persönlichen Guru aus Down Under.

Das Koala-Training
Meine Entscheidung stand fest: Ich verstaute die Laufschuhe im Schrank und schaltete das Handy aus. Da ich keine Hängematte besitze, erklärte ich das heimische Sofa zu meinem Hauptquartier. Ausgestattet mit einer dicken Bettdecke begann ich meine Ausbildung zum „praktizierenden Koala“.
Ich gebe zu: Die Kunst des Nichtstuns fällt anfangs schwer. Meine Gedanken wirbelten im Kopf umher wie Tauben auf dem Markusplatz. „Übe ich nicht doch den Bass? Rufe ich den Kollegen zurück? Stelle ich die Grafik fertig?“ Doch ich blieb standhaft.

Die neue Lebensqualität
Inzwischen liege ich wie ein Profi herum. Ich schaue aus dem Fenster, beobachte die Wolken oder höre einfach gute Musik. Und plötzlich spürte ich sie: eine tiefe, echte Ruhe, wie schon lange nicht mehr.
Die „Chefin“ sah mich anfangs besorgt an: „Bärli, bist du krank? Du liegst ja nur noch herum!“ Doch ich lächelte nur: „Nein, ich bin nicht krank. Ich trainiere. Koala-Training!“ Ich zeigte ihr das Bild meines Vorbilds. Sie nannte mich zwar einen Witzbold, aber ich bin sicher: Tief im Inneren beneidet sie mich um meine neue Gelassenheit.

Mein Rat an Sie
Nehmen Sie sich ein Beispiel an meinem australischen Guru. Vergessen Sie den Stress, legen Sie die Füße hoch und lassen Sie den Blick einfach schweifen. Genießen Sie die Stille. Das bedeutet wahres Leben! Wenn Sie das nächste Mal die Hektik packt, denken Sie an den Koala. Er weiß, wie es geht.
Ich komme jetzt zum Ende. Mein Telefon klingelt im Nebenzimmer, aber wissen Sie was? Ich lasse es klingeln. Der Anrufbeantworter oder die Chefin kümmert sich darum. Mein Eukalyptusbaum - Verzeihung, mein heimisches Sofa - wartet auf mich. Ein waschechter Wiener Koala lässt sich von niemandem hetzen.
© Bild: Gemini Flash

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