donauFestwochen
Oper "Zaide" feierte Premiere auf Greinburg
- Das Ensemble mit Regisseurin Manuela Kloibmüller (vorne).
- Foto: Reinhard Winkler
- hochgeladen von Helene Leonhardsberger
Am Samstag feierte "Zaide", ein Opern-Fragment von Wolfgang Amadeus Mozart, bei den donauFestwochen auf Greinburg Premiere.
GREIN. Zaide – ein faszinierendes Mozart-Fragment auf Schloss Greinburg
Ein Sultan begehrt seine Sklavin, die europäischer Herkunft ist, doch diese liebt einen anderen Sklaven, der wie sie aus Europa stammt. Fluchtgedanken und eine unbestimmte Zukunft bestimmen ihr Schicksal …
Stand 2019 bei den donauFestwochen bereits mit Joseph Haydns selten gehörter „Entführung” L’incontro improvviso das sogenannte Sujet der Türkenoper im Zentrum, folgt nun mit "Zaide" Mozarts Blick auf das in dieser Zeit moderne Thema.
Musikalisch schlägt der Musikdramatiker darin einen neuen Ton an. Der 24-Jährige versucht mit Zaide erstmals, in Richtung deutsche Oper vorzustoßen. Einzigartig sind die Melodramen, die jedem Akt vorangestellt sind. Diese Form des Sprechens zur Musik taucht später in Mozarts Werken nicht wieder auf. Das Singspiel enthält 15 Nummern in einem brillanten avantgardistischen Stil, doch der Komponist brach die Arbeit ab. Es fehlen Ouvertüre, Schluss und vor allem die gesprochenen Dialoge. Dies ermöglichte einen neuen Umgang mit der Erzählung der großen Menschheitsthemen wie Liebesverlangen und Freiheit, Zorn und Angst.
Regisseurin Manuela Kloibmüller erstellte für die Aufführungen in Grein ein szenisches Konzept mit neuen Dialogtexten, eine die Handlung vorantreibende bzw. kommentierende Figur wurde hinzugefügt, verkörpert von Schauspielerin Barbara Novotny. Musikalisch gibt es Ergänzungen mit der, ebenfalls von Mozarts Mannheimer Zeit beeinflussten, Sinfonie in B-Dur KV 319 sowie einem Schlusschor des ersten Verlegers und Namensgebers des Stücks, Johann Anton André.
Auf der Bühne von Schloss Greinburg ist ein spielfreudiges Mozart-Ensemble mit der Festwochen-Debütantin Ekaterina Krasko in der Titelrolle, dem jungen Tenor Jakob Maximilian Gerbeth als ihre große Liebe Gomatz und den Publikumslieblingen vergangener Greiner Opernproduktionen Virgil Hartinger, Philipp Kranjc und Stefan Zenkl zu erleben. Das L’Orfeo Barockorchester unter der Leitung von Michi Gaigg sorgt für einen fesselnden wie berührenden Mozart-Sound.
Das Ensemble auf der Bühne
- Ekaterina Krasko, Sopran: Zaide
- Jakob Maximilian Gerbeth, Tenor: Gomatz
- Virgil Hartinger, Tenor: Sultan
- Philipp Kranjc, Bass: Allazim
- Stefan Zenkl, Bariton: Osmin
- Barbara Novotny: Sprecherin
Orchester und Leitung
- L'Orfeo Barockorchester
- Michi Gaigg: Musikalische Leitung
- Manuela Kloibmüller: Inszenierung
- Isabella Reder: Bühne und Kostüme
Weitere Spieltage
- 11., 12. und 13. August, jeweils um 19 Uhr
- Arkadenhof Schloss Greinburg (bei Schlechtwetter im Rittersaal)
- Infos und Karten: www.donau-festwochen.at, Telefon 07268/268 57
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