Hilfe für Menschen mit ME/CFS
Verein "Nimmerallein" für Regionalitätspreis nominiert
- Beim Schwammerling-Trail wurde für den Verein "Nimmerallein" gelaufen. Am Bild von links Daniel Sigmund, Stefan Neugschwandtner & Alexander Pehböck vom Verein "Nimmerallein" – mit Simon Reichhart, einem der Sponsoren des Charity-Laufs.
- Foto: Karl Neugschwandtner
- hochgeladen von Michael Köck
MeinBezirk Oberösterreich sucht beim Regionalitätspreis auch heuer wieder jene, die sich für die Lebensqualität in den Regionen einsetzen. Nominiert ist der Verein "Nimmerallein", der Menschen mit ME/CFS hilft.
ST. THOMAS AM BLASENSTEIN. Die Erkrankung eines Freundes war der Beweggrund, den Verein "Nimmerallein" zu gründen. Im Frühjahr 2024 startete die Gruppe durch, die mittlerweile vielen Erkrankten in ganz Oberösterreich zur Seite steht. Der Verein mit Sitz in St. Thomas am Blasenstein zählt aktuell 58 Mitglieder, Obmann ist Alexander Pehböck. "Wir unterstützen und stärken Menschen, die von ME/CFS und Long Covid betroffen sind. Unser Ziel ist eine Plattform, die nicht nur Aufmerksamkeit für diese oft übersehenen Krankheiten schafft, sondern auch konkrete Hilfe und eine Gemeinschaft für Betroffene und ihre Familien bietet", sagt er.
Zur Erkrankung
Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, kurz ME/CFS, ist eine schwere und chronische Multisystemerkrankung. Das heißt: Neben dem Körper sind das Nervensystem und viele andere Bereiche betroffen. Oftmals gehen damit schwerste und anhaltende Symptome wie wochenlanges Fieber, Bettlägerigkeit, Schmerzen und Reizempfindlichkeit einher. Wenn die eigene Belastungsgrenze überschritten wird, verschlechtert sich der Zustand. Der Alltag kann in vielen Fällen nicht mehr bewältigt werden. Daneben belastet der Rückzug aus dem sozialen Leben.
Wie der Verein hilft
Mit Spenden finanziert der Verein "Nimmerallein" für Betroffene essenzielle Dinge wie unter anderem Sauerstoffbehandlungen, Medikamente, Untersuchungen, Hilfsmittel und mehr. Weil die Kosten dafür oftmals nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Bislang wurden bereits 36.000 Euro ausbezahlt, hauptsächlich an zehn Betroffene in der Umgebung. Daneben wird Bewusstseinsbildung betrieben. Um auf die Erkrankung und ihre Symptome aufmerksam zu machen – und auf die unzureichende Versorgungslage hinzuweisen.
Viele Betroffene
Laut dem Verein "Nimmerallein" sind sechs von zehn an ME/CFS-Erkrankten nicht mehr arbeitsfähig, ein Viertel ist pflegebedürftig. Laut Schätzungen gibt es in Österreich 26.000 bis 80.000 Betroffene, wobei die Dunkelziffer höher liegen könnte. Durch Corona gab es einen starken Anstieg der Fälle.
Forderungen des Vereins
Der Verein "Nimmerallein" fordert in Oberösterreich ein Versorgungs- und Kompetenzzentrum mit spezialisierter Ambulanz, tagesklinischen Plätzen und einer Koordinationsstelle. Weil Betroffene oft nicht transportfähig seien, brauche es mobile Teams und Telemedizin. Für unvermeidbare Klinikaufenthalte müsse eine geschützte stationäre Versorgung geschaffen werden. Außerdem benötige es spezialisierte Kinder- und Jugendversorgung.
Arbeiten an Anlaufstelle in OÖ
Wie Obmann-Stellvertreter Stefan Neugschwandtner mitteilt, arbeite man seit rund einem Jahr intensiv an der Realisierung einer Anlaufstelle in OÖ – gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, weiteren Vereinen und Stakeholdern aus dem öffentlichen Sektor. Parallel dazu bleibe der Verein weiterhin dort aktiv, "wo staatliche Strukturen nicht greifen". "Unser Fokus bei der finanziellen Unterstützung liegt gezielt auf schwerbetroffenen Personen, die vom Staat nicht die Unterstützung bekommen, die ihnen eigentlich zusteht", sagt Neugschwandtner.
Siehe auch - Bericht vom Herbst 2025:
Bei "Schwammerling-Trail" wurde für Verein "Nimmerallein" gelaufen:
Regionalitätspreis - Jetzt nominieren
Mit dem Regionalitätspreis werden auch heuer wieder engagierte Betriebe, Vereine und Initiativen aus Oberösterreich vor den Vorhang geholt. Eine Nominierung ist in den Kategorien Dienstleistung/Handel, Industrie, Handwerk/Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Vereine/Institutionen/Behörden, Tourismus/Gastronomie, Mobilität/Erneuerbare Energien, KMU & Start ups sowie Regional & Digital möglich. Eine Jury beurteilt die Einreichung und wählt die Sieger aus. In der Kategorie "Regional & Digital" gibt es ein Online-Voting. Einreichungen sind bis zum 26. Juli 2026 möglich.
Hier gleich einreichen:
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