Wo der Biber den Machlanddamm gefährdet

182,6 Millionen Euro kostete der Damm, der 22.000 Menschen vor den Wassermassen schützt.
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  • hochgeladen von Michael Köck

SAXEN. Beim Hochwasser 2013 bestand der Machlanddamm seine Bewährungsprobe. Uni-Professor Heinz Brandl, Experte für Geotechnik, lobte den Damm bei einer Info-Veranstaltung in Saxen: "Wenn der junge Damm so ein Hochwasser aushält, hält er es auch später aus." An einigen Stellen waren Optimierungen nötig. Unter anderem wurden Pegelmess-Systeme installiert und Schäden repariert. Als "den größten Feind des Dammes" bezeichnete Baumgartenbergs Ortschef Erwin Kastner den Biber. Im Vorjahr wurden sieben Tiere entnommen und in Naarn zum Schutz Spundwände errichtet. Herbert Froschauer, Obmann-Stellvertreter Hochwasserschutzverband Machland Nord: "Wir werden den Biber nicht ausrotten können. Im Ernstfall bei Hochwasser muss es aber die Berechtigung geben, dass wir den Biber entnehmen." Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe tagte bereits mehrmals. Das Konzept "Bibermanagement Machland" wurde ins Leben gerufen. Zurzeit wird an einer Kartierung gearbeitet: Dort wird festgehalten, wo sich Biber im Machland aufhalten. Und wo es zu Konflikten mit der Sicherheit des Dammes kommen könnte. Besonders im Nahfeld des Dammes – 20 Meter und näher – spricht Bernhard Schön, Abteilung Naturschutz Land OÖ, von "Konfliktgebieten". Auf Basis der Erhebung werden Sicherungsmaßnahmen erarbeitet.

Ergebnisse im Oktober
Die Ergebnisse sollen im Oktober vorliegen. In den nächsten Jahren folgen weitere Erhebungen. Schön: "Der Biber ist ein streng geschütztes Tier. Nichtsdestotrotz gibt es Konfliktfälle, wo man nicht anders auskommt, als ihn zu entfernen. Bei Gefahr im Verzug müssen wir nicht diskutieren." Grundsätzlich sollten aber Biber und Menschen im Machland gemeinsam leben können. Felix Weingraber, Abteilung Oberflächengewässerwirtschaft des Landes, informierte über den Stand in Grein und St. Nikola. In diesen Bereichen sind einige Wohnhäuser nicht vor Hochwasser geschützt. Laut technischem Bericht sind großteils Umsiedlungsmaßnahmen angedacht. Die Förderfähigkeit wird zurzeit vom Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie geprüft.

Pläne für den Worst Case
In Grein fehlten beim Hochwasser 2013 nur neun Zentimeter zum Überlaufen des Dammes. Zurzeit arbeite man laut Machlanddamm-Gesellschaft-Geschäftsführer Anton Wahlmüller an Evakuierungsplänen bis HQ300 (Hochwasser mit 300-jährlicher Eintrittswahrscheinlichkeit) für die Gemeinden Mitterkirchen und Mauthausen, die dann auf die anderen Gemeinden übertragen werden. Darin steht, wie sich das Wasser ausbreitet, wenn es überläuft.

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