Ein Buch über den "Teufel von Gusen"
- Verleger Manfred Hiefner, Autor Holger Schaeben und Walter Chmielewski.
- Foto: Privat
- hochgeladen von Michael Köck
Holger Schaeben schrieb Buch über Carl Chmielewski, den ersten Lagerkommandanten des KZs Gusen.
ST. GEORGEN AN DER GUSEN. Was geht in einem Jungen vor, dessen Vater Chef eines Konzentrationslagers ist? Die Antwort darauf versucht ein Buch zu liefern, das bei der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurde. Autor Holger Schaeben aus Nordrhein-Westfalen veröffentlichte sein Werk "Der Sohn des Teufels". Es speist sich aus Erinnerungen von Walter Chmielewski, Sohn von Carl Chmielewski. Dieser war von März 1940 bis Winter 1942/43 erster Lagerkommandant des KZs Gusen. Aufgrund seiner menschenverachtenden Brutalität erhielt er den Beinamen der "Teufel von Gusen". Der Autor recherchierte in zahlreichen historischen Dokumenten und war an den Orten des Geschehens. Hauptschauplätze sind neben St. Georgen an der Gusen das Mühlviertel und Linz.
Mit 15 Jahren an der Front
Sohn Walter war 4 Jahre alt, als sein Vater der SS beitrat. Einige Jahre später kam der Bub nach St. Georgen an der Gusen und erlebte dort Untergang, Gefangenschaft, Flucht, Freundschaften, den stillen Widerstand seiner Mutter. Und seinen Vater, den "Teufel von Gusen". Einer der Hauptdarsteller ist Walters Großvater mütterlicherseits, ein Sozialdemokrat, der seine Ablehnung gegenüber Hitler dem Schwiegersohn offen mitteilte. Warum sich der Autor dem schwierigen Thema widmete? "Der Frage, warum einer ein Nazi wurde und der andere nicht, bin ich nachgegangen. Dabei habe ich auf die große Geschichte geschaut und auf das alltägliche, das vermeintlich kleine, unbedeutende, unbeschwerte Leben des Menschen Walter Chmielewski fokussiert, inmitten der Menschenvernichtung in seinem Umfeld." Als 15-jähriger Schüler gerät Walter in den letzten Kriegstagen noch an die Front. Wie vom Schicksal gelenkt, kehrt er als Gefangener der Amerikaner in jenes Lager zurück, in dem sein Vater gewütet hat: Gusen. Der Autor Holger Schaeben hat in einer speziellen Erzähltechnik reale und fiktive Geschichte kombiniert.
Das Buch
"Der Sohn des Teufels – aus dem Erinnerungsarchiv des Walter Chmielewski", 480 S., Offizin-Verlag, 24,80 Euro, ISBN 978-3-906276-18-2
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