25.10.2017, 00:00 Uhr

"Kopfläuse sind kein Grund zur Panik"

(Foto: Fotolia/Nicole Effinger)
PERG. Gerade zu Schulbeginn haben Kopfläuse wieder Hochsaison. Doch nicht nur im Herbst sind die Plagegeister auf den Köpfen vieler Menschen, meistens Kinder, zu finden. "Die Häufigkeit variiert saisonal. Am häufigsten sind Kinder im Mai und Juni sowie im September und Oktober betroffen. Ein rasanter Anstieg an Neuerkrankungen ist aber auch oft mit dem Beginn der Sommerferien zu verzeichnen", erklärt der Perger Allgemeinmediziner Erwin Schatz. Auch wenn die juckenden Tierchen lästig sind, eine Gefahr für den Menschen stellen sie nicht dar. "Es gibt keinen Grund sich zu schämen, denn Kopfläuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene", so Schatz. Frisch gewaschene Haare sind somit kein Gegenmittel gegen die kleinen Parasiten, denn herkömmliche Haarshampoos töten die Läuse nicht ab. Wichtig ist deshalb eine frühzeitige Erkennung. Hier liegt aber gleichzeitig auch das Problem. Die etwa zwei bis drei Millimeter kleinen Tierchen bleiben oft lange Zeit unbemerkt und können sich so weiter ausbreiten. Durch engen Körperkontakt mit anderen Menschen werden diese angesteckt. "Deshalb sind auch Kinder besonders gefährdet, da sie beim Spielen meistens engen Körperkontakt pflegen." Eine Übertragung mit Kämmen, Bürsten oder Kleidungsstücken spielt eher eine untergeordnete Rolle. Am häufigsten findet man Kopfläuse direkt im Kopfhaar, hinter den Ohren und im Nackenbereich.

Eine Behandlung reicht nicht

Wurden Läuse entdeckt, ist eine rasche Behandlung wichtig, um so bald wie möglich wieder von ihnen befreit zu sein. Bei Kindern ist außerdem die unverzügliche Information an Schule oder Kindergarten notwendig, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden. Mittels eines Läusekamms sollte dann festgestellt werden, ob Kopfläuse vorhanden sind und wie stark der Befall ist. "Die effektivste Therapie besteht aus einer Kombination von chemischen und mechanischen Behandlungen", so Erwin Schatz. Spezielle Kopflausshampoos helfen dabei, die Eier der Läuse abzutöten. Mit einer einzigen Behandlung ist dies jedoch nicht möglich. Eine konsequente Wiederholung über rund zehn Tage ist erforderlich. Zusätzlich sollte das Haar nach jedem Waschgang mit einem Läusekamm durchgekämmt werden, um wirklich alle Larven und Eier zu entfernen. "Wichtig ist dennoch: Kopfläuse sind kein Grund zur Panik."
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