15.09.2014, 18:03 Uhr

Goldenes Verdienstzeichen des Landes für Josef Scheuchenegger

(Foto: Land OÖ/Stinglmayr)
SCHWERTBERG. Josef Scheuchenegger bekam vom Landeshauptmann Josef Pühringer als Würdigung seiner Arbeit als Arbeitnehmervertreter das goldene Verdienstzeichen des Landes überreicht. Josef Scheuchenegger ist 1960 geboren, verheiratet mit Maria und hat drei Kinder. Der Schwertberger wurde 1997 Betriebsratsvorsitzender bei Engel und war seit 2000 Kammerrat und von 2002 bis 2014 Mitglied des AK-Vorstandes. Als Landes- und Bundesvorsitzender der GPA Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau ist er auch Mitglied des KV-Lohnverhandlungsteams. Im Bezirk Perg ist "Sepp" Öaab-Bezirksobmann Stellvertreter von Max Oberleitner und in Schwertberg Gemeinderat.

LH Pühringer betonte, dass Scheuchenegger mit Leib und Seele Arbeitnehmervertreter ist - von seinem Engagement würden nicht nur die Mitarbeiter der Firma Engel in St. Valentin und Schwertberg, sondern bundesweit alle Industrie-Angestellten profitieren. Seine Funktion als Betriebsratsvorsitzender erledigt er mit so großem persönlichem Einsatz, dass er dabei leider auch oft über seine persönlich körperlichen Grenzen ging. Er setzt sich mit großer Überzeugung für das Wohl der Menschen ein und er ist einer, dem es dabei stets um Gerechtigkeit geht.

Besonders prägende Ereignisse seines Arbeitslebens:
Die Firma Engel wurde 2002 zwei Mal vom Hochwasser völlig zerstört. Die Produktion stand für Monate still. Über 1.500 Arbeitsplätze waren gefährdet. Scheuchenegger war in dieser schwierigen Zeit Krisenmanager und und opferte sich für seine Kollegen im verwüsteten Betrieb förmlich auf. Man wusste damals nicht, wo man zuerst anpacken sollte. Sepp behielt kühlen Kopf - egal ob bei den Aufräumarbeiten als Feuerwehrmann oder bei der Erarbeitung eines Notprogrammes für die Mitarbeiter, die vielfach um ihre Existenz bangten.
So gelang es ihm nach dem Hochwasser mit den Sozialpartnern einen eigenen Kollektivvertrag (der für die ganze Metallbranche gilt) auszuverhandeln, der besagt, dass die Mitarbeiter bei derartigen Katastrophenfällen weiterhin ihre Bezüge erhalten.
Eine weitere große Prüfung in seinem Leben war das Jahr 2009. Die Firma Engel war als Maschinenhersteller von der weltweiten Wirtschaftskrise schwer betroffen. Als Betriebsratsvorsitzender musste Sepp einen langen, harten Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen führen. Sepp litt mit jeder Kündigung mit, die nicht zu verhindern war. Ein zermürbender Kampf, der leider seine Spuren hinterließ. Scheuchenegger erkrankte an Krebs - absolut bewundernswert sein Umgang mit dieser Erkrankung. Er beweist bis heute große mentale Stärke und hat mit der Erkrankung gut zu leben gelernt - im Krankenstand bleibt er nur selten. Denn selbst in der schwierigsten Phase seines Lebens überwog das Pflichtbewusstsein, für seine Kollegenschaft da zu sein und Lösungen zu finden, die Wirtschaftskrise so schnell als möglich zu meistern.

So wurde Engel zum Vorreiter in Sachen Qualifizierungsverbund. Als erste Firma wurden mit dem AMS Maßnahmen erarbeitet, dass die Mitarbeiter während der Kurzarbeit auch in anderen Betrieben Ausbildungen mit Stiftungslösungen machen konnten. Weiters wurde ein Stipendium für die Weiterbildungshungrigen eingeführt, das Bildungskonto kombinierbar gemacht und das Angebot der Kurzarbeit um 6 Monate verlängert.
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Robert Zinterhof aus Perg | 15.09.2014 | 23:18   Melden
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