17.09.2014, 14:05 Uhr

ÖGB-Frauen zum Equal Pay Day: Arbeit neu bewerten

Gabriele Auinger, Perger ÖGB Frauenvorsitzende, macht bei einer Straßenaktion auf den Equal Pay Day aufmerksam. (Foto: Privat)

"Gerechte Einkommen für Pergers Frauen erst in über 100 Jahren"

BEZIRK. Noch über 100 Jahre müssen Frauen des Bezirkes Perg auf gleiche Einkommen warten, wenn sich die Einkommensschere weiter so langsam schließt, informeiren die ÖGB-Frauen. Um einen Tag ist der „Equal Pay Day“ im Vergleich zum Vorjahr sogar nach hinten gerückt, er liegt nun am 12. September. Das bedeutet, dass Frauen heuer 111 Tage gratis arbeiten. „Ein Mann hat nämlich schon von 1. Jänner bis 12. September so viel verdient, wie eine Frau in einem ganzen Jahr“, erklärt ÖGB-Frauenvorsitzende Christine Lengauer. Perg liegt mit 43,2 Prozent weiterhin an der vorletzten Stelle mit den zweitgrößten Einkommensunterschieden im Regionalvergleich. Am weitesten klafft die Schere in Steyr-Land mit 45,4 Prozent auseinander, die geringsten Einkommensunterschiede gibt es mit 29,9 Prozent in Linz-Stadt. Die LinzerInnen liegen damit in etwa im Bundesschnitt.

Wert von Arbeit neu diskutieren
Damit sich das ändert, fordern die ÖGB-Frauen einen Mindestlohn von 1.500 Euro. „Weil in den untersten Einkommensstufen vor allem Frauen zu finden sind, würde ein höherer Mindestlohn einen Schub nach oben und damit zu mehr Gerechtigkeit bewirken“, sagt Lengauer. Leider sei auch der Grundsatz „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ noch nicht realisiert, das zeige die Analyse der Einkommensberichte. „Wir brauchen neue Formen der Arbeitsbewertung. Weiblich dominierte Tätigkeiten werden nämlich leider oft niedriger bewertet, als klassische Männertätigkeiten.“

Nachteile für Mütter ausgleichen
Gegen den „Babyknick“ in der Einkommenskurve bedürfe es auch einer besseren Anrechnung von Vordienst- und Karenzzeiten. „Die Gewerkschaften haben in einigen Kollektivverträgen viel erreicht, wie etwa Vorrückungen auch während der Karenz. Das sollte Vorbildwirkung für alle Branchen haben“, meint Lengauer. Zudem müsse ein Rückkehrrecht von familienbedingter Teilzeitarbeit auf Vollzeitbeschäftigung geschaffen werden. „Unser Ziel ist der Equal Pay Day am 31. Dezember!“
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