Pielachtal
Überleben in der Wildnis

Selbstexperiment: Martin Fellier hat sich selbst für sieben Tage am höchsten Punkt im Pielachtal "ausgesetzt".
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  • Selbstexperiment: Martin Fellier hat sich selbst für sieben Tage am höchsten Punkt im Pielachtal "ausgesetzt".
  • Foto: (alle) Fellier
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Was, wenn man nichts hat und eine Woche lang schauen muss, wie man ohne allem zurecht kommt?

SCHWARZENBACH. Ohne Essen, ohne Getränke - einzig mit einem Evakuierungsrucksack ausgestattet verbrachte Martin Fellier freiwillig ganze sieben Tage im Wald in Schwarzenbach. Sein einziger Kontakt in dieser Zeit: Sein Kater Leo, dieser war mit Futter für zehn Tage ausgestattet. Nur ein Mensch wusste, wo er sich befindet.

Selbstexperiment: Martin Fellier hat sich selbst für sieben Tage am höchsten Punkt im Pielachtal "ausgesetzt".
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So kam's dazu

"Eine Freundin hat mich in einem Gespräch auf die Idee gebracht", lacht er, "Und der Zeitpunkt hat für mich gepasst." Und schon hat er sich die Genehmigungen für sein Vorhaben geholt. Denn: Es ist nicht erlaubt, einfach so in einem Wald Feuer zu machen, zu schlafen und eine Katze mitzunehmen. Außerdem sollte man für so ein Vorhaben auf jeden Fall mental und körperlich fit sein, handwerkliche Fähigkeiten besitzen und sich in der Natur auskennen. Ein Jahr lang hat der im Pielachtal lebende 36-Jährige die Kräuter und Pflanzen, welche bei uns wachsen, kennengelernt. Außerdem eignet er sich sein Wissen durch viel Lesen und "learning by doing" an.

Gegessen wird was die Natur hergibt

Seine Ernährung

Dass er seinen Leo mit hatte, war wohl Fluch und Segen zugleich. "Ich war dadurch immer mit Essen konfrontiert. Und sogar Katzenfutter beginnt mit der Zeit gut zu riechen", lacht er. Ernährt hat er sich die sieben Tage ausschließlich von Kräutern und Wasser aus einer Quelle. "Für das Wasser musste ich täglich einen weiten Weg auf mich nehmen. 120 Höhenmeter pro Tag." Sein Tipp: "Iss nur, was du wirklich kennst." Getrunken habe er in diesen sieben Tagen jedoch mehr als sonst. Das Erste, was er zu sich nahm, war eine Kräutersuppe mit einem Pilz, dazu gab's einen Kräutertee.

Auf die Frage, was in den sieben Tagen für ihn die ärgste Erfahrung war, antwortet er:

"Nacht Nummer fünf. Da war es extrem kalt. Und ich habe einen echten Alptraum erlebt: Ich war einkaufen und als ich gerade in mein Essen beißen wollte, wache ich auf."

Das war für ihn ein heftiges Erlebnis.

Das Ziel

"Ich will damit ein gesellschaftliches und politisches Statement setzen. Und ich wollte wissen, ob ich im Härtefall mit nichts überleben kann. Und ich muss sagen: Ab gewissen Höhenmetern wäre mir das auf Dauer so nicht möglich", lacht er. Denn: Er kennt zwar die Kräuter im Pielachtal, aber sein Experiment fand am höchsten Punkt im Tal statt. "Alles was dort oben wächst, hab ich nicht gekannt und was ich kenne, wächst dort nicht", fügt er hinzu. Im Endeffekt war es für Fellier eine starke Erfahrung und ein Selbsterkenntnistrip. "Ich habe noch nie solch ein Ausmaß an Hunger erlebt", erzählt er. "Die erste Nacht war sehr fordernd. Ich habe meinen Trip mit leichtem Fieber begonnen. Und es war sehr, sehr kalt und es hat geregnet." Was er gelernt hat: "Ich habe auf jeden Fall gelernt, wie ich in Extremsituationen reagiere und wie wichtig es ist zu wissen 'will ich das jetzt eigentlich denken', zum Beispiel ans Essen." Und er hat die Erkenntnis gewonnen, "dass meine Hände ausreichen, um am Leben zu bleiben."

Zu seinem Video-Tagebuch geht's hier.

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