03.10.2016, 11:34 Uhr

"Dialekt ist unser Gut"

Loisi Secnicka lud die Redaktion zur Vorstellung ihres neuen Buches zu Hause ein. "Dialekt ist Hoamat" ist witzig und nachdenklich.

Die Mundartdichterin Aloisia Secnicka aus Rennersdorf bringt bereits ihr sechstes Dialektbuch heraus.

PIELACHTAL (ah). Vor zwei Jahren baten wir die Pielachtalerin Aloisia Secnicka, die alle liebevoll Loisi nennen, bereits einmal zum Interview. Damals erzählte sie uns, dass sie vor allem aus einem Grund schreibe, nämlich um die Menschen zum Lachen zu bringen. Ihr neues Buch hat einen etwas anderen Zugang.

Letztes Jahr war nicht leicht

Von vielen Schicksalsschlägen gebeutelt, vergingen zwei Jahre seit der letzten Veröffentlichung ihres fünften Buches. "Während dieser Zeit entwickelte sich mein sechstes Buch mit dem Titel 'Dialekt is Hoamat', das zwar noch viele lustige und heitere Geschichten enthält, aber durchaus auch nachdenkliche", erzählt Loisi.

Hommage an Heimat

Der Dialekt und die Heimat spielen, so wie der Titel verrät, nach wie vor eine wichtige Rolle bei der Arbeit der Autorin: "Ginge es nach mir, würde ich Dialekt-Unterricht in der Schule einführen, denn genau das spiegelt unser Kulturgut wider." Secnicka verstärkt ihre Überzeugung mit einem kurzen Reim: "Lederhosn, Dirndlgwaund, Dialekt und Hoamatlaund. Dirndltoi grias di Gott, schen wer di ois Hoamat hot."
Das neue Buch enthält viele Geschichten übers Dirndltal und anstatt der vorher üblichen Illustrationen werden die Mundartgedichte mit Schwarz-Weiß-Fotos des St. Pöltner Fotografen Walter Riebl präsentiert. "Nach einer Lesung kam einmal ein Besucher zu mir und sagte, dass ich das männliche Geschlecht wohl gerne auf die Schaufel nehmen würde." Diesen Vorwurf ließ Secnicka kein zweites Mal gelten, deshalb sind in dem Buch dieses Mal Witze, die kein gutes Haar an beiden Geschlechtern lassen, enthalten. Ihr erstes Buch "Schmunzln und lochn" erschien im Jahr 2006 und ihre weiteren folgten im Zweijahresrhythmus nach, und "so Gott will, schreib i so weiter wie bisher".

Termine:

Aloisia Secnicka hielt im Rahmen des Pielachtalter Dirndlkirtags eine gelungene Lesung aus ihrem neuen Buch. Ihre nächsten Lesungen: 28. Oktober GuK Rabenstein, 29. Oktober Pielachtalhalle in Ober-Grafendorf, 11. November Kultursaal Weinburg. Beginn jeweils um 19 Uhr.

Dialekt im Pielachtal

Im Zuge der Niederösterreichischen Landesausstellung "ÖTSCHER:REICH – Die Alpen und wir 2015" arbeitete die Heimatforschung Hofstetten-Grünau das Buch "Pielachtaler Mundart" heraus. Ein Dialekt, auch Mundart genannt, ist die örtliche regionale Ausprägung einer Sprache. "Und so hat auch unser Heim, das Pielachtal, manche eigene Mundartausdrücke, die man anderswo seltener oder auch gar nicht hört(e)", Gerhard Hager, Leiter der Heimatforschung.

Einige veraltete Wörter
Unter "Abuat" versteht man im Pielachtal das Klo. Unter "Auloßpfingsda" versteht man Gründonnerstag. Das Dialektwort stammt aus dem Mittelalter und bedeutet Ablass.
Ein "Buschkawü" meint Durcheinander und Unsinn, aber auch ein Rüscherl/Mascherl bei Kleidern. Ein anderes Dialektwort aus dem Pielachtal meint ebenso Unsinn: "Fisematenzn".
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 03.10.2016 | 15:04   Melden
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