28.06.2017, 10:25 Uhr

Wie uns die Salzach Energie liefert

Franz Harlander hat im Kraftwerk Schwarzach den Überblick.

Das dreiteilige Kraftwerk in Schwarzach ist für die Energieversorgung im Pongau besonders wichtig.

SCHWARZACH (aho). Strom aus Wasserkraft wird im Pongau groß geschrieben. Entlang der Salzach bilden die Kraftwerke Schwarzach sowie Wallnerau-Salzach und Wallnerau-Unterwasser eine einzigartige Kombination von drei Kraftwerken auf engstem Raum. Während das KW Wallnerau-Salzach als Laufkraftwerk betrieben wird und den Rückstau der Salzach nützt, bildet das Kraftwerk Schwarzach ein Mitteldruck-Ausleitungskraftwerk mit einem Tagesspeicher. Das KW Wallnerau-Unterwasser nützt das Abflusswasser KW Schwarzach nochmals, bevor es in den Fluß zurück mündet.

An Verbrauch anpassen

Weil zu keiner Zeit zu viel oder zu wenig Strom produziert werden dürfe, müsse man die drei Spitzen beim Stromverbrauch – morgens, mittags, abends – berücksichtigen, erklärt Verbund-Pressesprecher Wolfgang Syrowatka: "Das Kraftwerk Schwarzach ist deshalb so wichtig, weil wir hier die Stromerzeugung kurzfristig an den Verbrauch anpassen können. Es kann also zusätzlicher Strom produziert werden, wenn er genützt wird." Möglich macht das der Tagesspeicher, der das Gefälle der Salzach zwischen der Wehranlage Högmoos bei Taxenbach und Schwarzach ausnützt.

Energie aus dem Stausee

Im Sommer funktioniert das KW wie ein Laufkraftwerk, das ständig Strom erzeugt. Im Winter kann mithilfe des Tagesspeichers sogar die Funktion eines Spitzenkraftwerks übernommen werden. Je höher der Stausee ist, umso mehr Leistung erbringt das Kraftwerk durch die größere Fallhöhe. Der See ist bei der höchsten Leistung in 3 bis 4 Stunden leer. "Die maximale Durchflussmenge liegt bei 80 Kubikmeter pro Sekunde und ermöglicht eine Leistung von bis zu 80 Megawatt", weiß Franz Harlander, der bereits seit 30 Jahren im KW Schwarzach arbeitet.
Der Kraftwerksbetrieb wird von der Zentralwarte Kaprun aus ferngesteuert. Die Zentralwarte regelt die hintereinanderliegenden, aufeinander abgestimmten Kraftwerke und ist zuständig für die Koordination mit der Salzburg AG, welche die Gemeinschaftskraftwerke flussabwärts betreibt. Während in der Normalarbeitszeit im KW Schwarzach immer jemand vor Ort ist, gibt es daneben rund um die Uhr Bereitschaftsdienste.

Bei Hochwasser kein Strom

"In Hochwassersituationen – ab 250 Kubikmeter Durchflussmenge – muss jedes Kraftwerk ständig am Leitstand besetzt sein", sagt Franz Harlander. Im Notfall können nämlich keine Anfahrtszeiten beim Bereitschaftsdienst geduldet werden. "Stromerzeugung ist in diesen Situationen fast nicht mehr möglich, weil bei hohem Wasserstand die nötige Fallhöhe fehlt und zunächst natürlich die behördlichen Vorgaben zu befolgen sind." Stauhöhe und Zufluss werden ständig gemessen und je nach Niederschlägen individuell berücksichtigt. So wird bei Bedarf der Wasserstand vorab gesenkt, sollte mehr Wasser zu erwarten sein.
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