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Historische Gipsmühle in Bach ist eine echte Rarität
- Mit dem Kollermahlgang wurden die Gipsteine fein zermahlen.
- Foto: Johann Glatzl
- hochgeladen von Günther Reichel
Wer mit offenen Augen durch das Land geht, findet viele Zeitzeugen. Eine alte Mühle in Bach ist eine echte Besonderheit. Hier wurde Gips zerkleinert.
BACH. Mit Mühlen kennt sich Johann Glatzl aus, er ist Sprecher der österreichischen Gesellschaft der Mühlenfreunde. Und er weiß von einer Besonderheit zu berichten, die bei uns wenigen bekannt ist, von der Gipsmühle in Bach.
Das Interesse ist groß
Sein Interesse an der Mühle im Lechtal war umgehend geweckt, nachdem man ihn auf die Gipsmühle aufmerksam gemacht hatte. Rasch suchte der Landessprecher der Gesellschaft der Mühlenfreunde den Kontakt zum heutigen Besitzer, Martin Wolf, der ihm die Besichtigung ermöglichte.
- Die Gipsmühle in Bach wurde 1902 von Adalbert Wolf gebaut und war bis 1961 in Betrieb.
- Foto: Johann Glatzl
- hochgeladen von Günther Reichel
Holzbau in Unterbach
Der längliche Holzbau steht in Unterbach und trägt die Hausnummer 19. Der erste Blick führt einen in die "falsche Richtung": Die an der Außenwand angelehnten Mühlsteine dienten nicht dem Mahlen von Getreide, vielmehr wurde im Inneren Gips ereugt.
Mühle war bis 1961 in Betrieb
"Die Mühle wurde im Jahr 1902 von Adalbert Wolf errichtet und war bis 1961 in Betrieb. Angetrieben wurde die Gipsmühle von zwei unterschlächtigen Wasserrädern mit einem Durchmesser von drei Metern. Das benötigte Wasser wurde oberhalb der Gipsmühle aus dem Alpschonerbach entnommen und zu den beiden Wasserrädern geleitet", erzählt Johann Glatzl.
Anlagenteile sind vollständig
Der Blick ins Innere ist interessant, findet man doch bis heute alles vor, was man für die Gipserzeugung benötigt: Steinbrecher in unterschiedlicher Größe, Förderbänder, Becheraufzüge, Förderschnecken, Siebkästen und, als Herzstück der Anlage, den großen "Kollermahlgang". Auch der Brennofen, in dem das Gipsmehl erhitzt wurde, ist noch da. "Nur die Wasserkraftanlage ist nicht mehr vorhanden, wohl aber die alten Pläne für diese."
- Manfred Larcher, geb. 1942, arbeitete als letzter Gips-
müller von 1956 bis 1961 in der Gipsmühle in Bach. - Foto: Johann Glatzl
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Und wie hat das funktioniert?
Für den Haiminger Mühlenpionier stellte sich nach dem Besuch in der Gipsmühle eine große Frage: Wie hat das alles funktioniert?
Auskunft darüber konnte Manfred Larcher geben. Er war der letzte Gipsmüller in Bach und weiß bestens über die Mühle Bescheid. Heute lebt Larcher in Ampass. Für ein Treffen mit dem Landessprecher der Mühlenfreunde kam er nach Haiming.
Anhand einer mitgebrachten Zeichnung konnte er die Funktionsweise der Mühle und den genauen Arbeitsablauf der Gipserzeugung erläutern.
Larcher wusste außerdem zu erzählen, dass früher pro Tag rund zwei Tonnen Gips in fünf Bränden erzeugt wurden.
- Anhand einer Zeichnung wird die Funktionsweise der Mühler erklärt.
- Foto: Johann Glatzl
- hochgeladen von Günther Reichel
Erstaunliche Erkenntnisse
Glatzl holt im Zuge seiner Recherche neue Erkenntnisse ans Tageslicht. So konnte etwa die Tiroler Kulturabteilung für ihn ausheben, dass die Gipsmühle in Bach die letzte ihrer Art in Tirol ist.
"Man sollte sich schon Gedanken über den Erhalt und eine eventuelle Nachnutzung machen", findet Glatzl, für den "Spurensuche" in Bach zu den Höhepunkten seiner bisherigen Recherchearbeit über das Mühlenwesen in Tirol zählt.
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