Holzträger ist gebrochen
Klimmbrücke in Elmen droht der Einsturz
- Klare Ansage: Hier herrscht allegrößte Gefahr!
- Foto: Reichel
- hochgeladen von Günther Reichel
Die Lechbrücke in Richtung des Elmer Ortsteiles Klimm droht einzustürzen. Die Holzkonstruktion wurde komplett gesperrt. Jetzt wird fieberhaft an einer Lösung gearbeitet.
ELMEN. Es ist der Neugierde eines fachkundigen Lechtal-Besuchers zu verdanken, dass man den Schaden an der Brücke bemerkte: "Ein Besucher des Lechtals, der beruflich mit Brücken zu tun hat, wollte sich bei einem Ausflug aus persönlichem Interesse heraus die Konstruktion ansehen, da hat er den Schaden entdeckt und Alarm geschlagen", erzählt Bürgermeister Markus Sojer.
Schaden wurde am 3. Juni entdeckt
Es war der Freitag vor Pfingsten, gegen 11 Uhr, als das Telefon beim Gemeindeoberhaupt klingelte. Von einem nahen Bauernhaus aus wurde er verständigt, dass der Brücke wohl der Einsturz drohe, da der Hautpträger der Brücke gebrochen sei.
Sperre umgehend eingeleitet
Was er da zu hören bekam, konnte Sojer fast nicht glauben, hielt aber sofort persönlich Nachschau mit fachkundigen Personen. Tatsächlich stellte sich der Schaden als erheblich dar. Es folgte die umgehende Sperre der Klimmbrücke.
Die besteht aus drei Teilen: dem etwas ältern, jetzt vom Einsturz bedrohten Bauteil auf Klimmer Seite (in Fließrichtung des Lechs gesehen auf der linken Seite, Anm.), dem mittleren Abschnitt, auf dem das Naturparkhaus thront, und dem zweiten, neueren Brückenteil auf Elmer Seite (in Fließrichtung des Lechs gesehen auf der rechten Seite, Anm.).
Einsturz der Brücke droht
Kurzfristig glaubt man, dass eine Sperre für Autos und noch schwerere Fahrzeuge ausreichen könnte und so wurde die Brücke für Radfahrer und Fußgänger wieder freigegeben. Allerdings nicht sehr lange. Nach weiteren Untersuchungen und einem Überflug mit einer Drohne kam man rasch zur Überzeugung, hier droht große Gefahr: "Ein Einsturz ist aus heutiger Sicht denkbar", erklärt Sojer und ergänzt: "Die Brücke hat sich nach rechts geneigt und bewegt sich!"
Sanierung oder Neubau?
Die größte Gefahr droht dem Brückenteil auf Klimmer Seite, der 2003 für den Verkehr freigegeben wurde. Wasser ist von oben her eingesickert und hat tragende Holzteil zum Faulen gebracht. Unklar ist, wie man den Schaden beheben kann. Von einer Sanierung bis hin zum Neubau ist derzeit alles denkbar. Weitere Untersuchungen in den kommenden Tagen sollen Aufschluss über die Vorgangsweise geben.
Der Mittelteil mit dem Naturparkhaus sowie der neuere Brückenabschnitt auf Elmer Seite dürften eher nicht betroffen sein, mit Sicherheit lässt sich das im Moment aber nicht sagen, daher die Totalsperre der Brücke. Auch das Naturparkhaus ist somit nicht benützbar.
Weil es sich bei der Klimmbrücke um ein Bauwerk der Gemeinde handelt, droht der Gemeinde großes finanzielles Ungemach. Unklar ist, wer für den Schaden haften muss, auch das werde derzeit geprüft. "Wir stehen in enger Absprache mit dem Land Tirol", erklärt Bgm. Sojer.
Behelfszufahrt in die Klimm
Nach der Brückensperre wurde zunächst die Zufahrt nach Klimm gesichert. Eine Einbahnregelung wurde eingerichtet: die Zufahrt erfolgt entlang des Radweges von Martinau kommend, die Abfahrt über den Radweg in Richtung Häselgehr, wobei man den firmeneigenen Lechübergang der Fa. Plattner auf Höhe des Steinbruchs nützen kann um so zurück auf die Lechtalstraße zu gelangen..
Auf dem genannten Radweg wird es in den kommenden Wochen also "eng". Bürgermeister Markus Sojer appelliert, gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen, und Vorsicht walten zu lassen.
Behelfsbrücke kommt
Ab dem 27. Juni wird eine Behelfsbrücke knapp oberhalb der Klimmbrücke über den Lech errichtet. Diese soll aber der 1. Juli-Woche benützbar sein. Die Zufahrt zur Behelfsbrücke ist im Wesentlichen vorhanden, es braucht allerdings noch ein paar Schüttungen.
Wie es mit der Klimmbrücke weitergeht, könne man im Moment aber nicht sagen.
Weitere Informationen aus dem Bezirk Reutte finden Sie unter
www.meinbezirk.at
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