Josef Mühlböck
"Die Orgel ist die Königin der Instrumente"
- Im Alter von 13 Jahren lernet Josef Mühlböck aus St. Aegidi das Orgelspielen. Seit nunmehr 60 Jahren ist er Kirchenmusiker in der Pfarre.
- Foto: BRS / Kunde
- hochgeladen von Judith Kunde
Seit 60 Jahren spielt Josef Mühlböck die Orgel in St. Aegidi – auch in Rom durfte er schon spielen.
ST. AEGIDI. Nach einer Sonntagsmesse sprach der damalige Pfarrer seinen Vater an, ob der Sohn denn nicht Orgel spielen lernen will. Mühlböck war damals 13 Jahre alt. "Meine Familie war sehr gläubig, aber nicht musikalisch", erinnert sich Mühlböck. Und so kam es, dass er das Instrument bei Pater Bernhard im Stift Engelszell erlernte. Schon drei Monate später begleitet er das erste Mal einen Gottesdienst auf der Orgel. Üben durfte er auf einem elektronischen Harmonium oder in der Kirche.
Viermal pro Woche an Orgel
Bis 2012 gab es in St. Aegidi noch fast täglich Messen. Bisweilen hat er sogar schon vor der Arbeit um 7 Uhr morgens einen Gottesdienst gespielt. Noch heute sitzt Josef Mühlböck etwa viermal pro Woche an der Orgel.
"Kirche ist ein Raum, der mich immer bewegt hat", meint der 73-Jährige auf die Frage, was ihm das Orgelspielen gibt.
Er ist verheiratet und hat vier Kinder - drei Töchter, einen Sohn. Die Orgel ist für ihn "die Königin der Instrumente". 700 Pfeifen erklingen, wenn er die Orgel in St. Aegidi spielt – jede hat eine eigene Stimme. In diesem Jahr hat Aegidi eine neue Orgel bekommen. 20 Jahre lang sei darüber diskutiert worden. Die alte Kirchenorgel kam nach Stadl, wo sie "wie angegossen" hineinpasst. Doch was spielt der 73-Jährige eigentlich am liebsten? "Das Te Deum und alte Marienlieder, deren Melodien schön ins Gehör gehen. Bei Begräbnissen gibt es immer wieder Kirchenbesucher, die begeistert sind, dass wir noch ein lateinisches Requiem spielen."
Im Vatikan gespielt
Als eine der schönsten Erinnerungen hat der Kirchenmusiker eine Reise in den Vatikan in Erinnerung, als er während einer Besichtigung spontan gebeten wurde, Orgel zu spielen. "Das war direkt neben dem Petersdom." Bislang bereitet Josef Mühlböck das Orgelspielen in St. Aegidi noch viel Freude, trotzdem halten er und die Pfarre St. Aegidi die Augen nach einem Nachfolger offen: "Bislang ist leider niemand in Sicht, aber es könnte jederzeit jemand anfangen."
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