29.09.2016, 15:02 Uhr

4 Jahre Haft für Missbrauch einer Sechsjährigen

Gutachter Richard Billeth (Foto: Ilse Probst)

Mit einem Schuldspruch endete der Prozess gegen einen 47-jährigen Pensionisten aus dem Bezirk Scheibbs, der sich zwischen Mai 2015 und März 2016 mehrfach an einer Sechsjährigen sexuell vergangen haben soll.

SCHEIBBS/ST. PÖLTEN Ein St. Pöltner Schöffensenat verurteilte den Angeklagten zu einer vierjährigen Haftstrafe und der gleichzeitigen Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, nachdem, laut Gutachter Richard Billeth, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gefahr bestehe, dass der Pensionist ohne Behandlung und engmaschige Betreuung auch in Zukunft seine pädophilen Neigungen an kleinen Mädchen ausleben werde (nicht rechtskräftig).

Schon einmal verurteilt
Der Pädophile, der seit seiner Jugend von seiner Veranlagung wusste und 1987 diesbezüglich auch bereits verurteilt worden war, gestand, dass er das Mädchen zumindest 25 Mal im Genitalbereich betastet hatte, unter anderem auch dann, wenn er von dessen Eltern gebeten wurde, auf das Kind aufzupassen. Seine sexuellen Bedürfnisse gipfelten darin, dass er von seinem Opfer verlangte, sich Gegenstände einzuführen. Das Mädchen weigerte sich, sodass es diesbezüglich beim Versuch geblieben war.

Der „spendable Onkel“

Als besonders verwerflich bezeichnete Opfervertreterin Ulrike Koller, dass der „spendable Onkel“, der das Mädchen mit Geschenken für sich zu gewinnen trachtete, trotz deutlicher Zurückweisungen seiner sexuellen Übergriffe immer wieder zudringlich geworden war. Für psychische Schmerzen wurden dem Mädchen 3.000 Euro zugesprochen. Darüber hinaus muss der Mann für mögliche Folgeschäden aufkommen. Laut Koller habe sich der Pädophile bewusst diese Familie ausgesucht und sich penetrant für diverse Aufgaben angebiedert und das Mädchen in eine gewisse Abhängigkeit gebracht.
Während Staatsanwältin Barbara Kirchner auf die Glaubwürdigkeit der Angaben des Mädchens, sowie die Einschätzung des Gutachters verwies, hob Verteidiger Johann Huber hervor, dass sein durchaus geständiger Mandant ausgesprochen therapiewillig sei. Trotz seiner Störung habe er sich immerhin 28 Jahre lang wohl verhalten und seine Krankheit nicht nach außen getragen.

Wusste was er tut
Richterin Andrea Humer meinte in ihrer Urteilsbegründung, dass unter anderem das zarte Alter des Mädchens, die Anzahl sowie der Zeitraum der Übergriffe und nicht zuletzt der Versuch des schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen eine empfindliche und keinesfalls bedingte Strafe verlangen, zumal der Pädophile aufgrund seiner Zurechnungsfähigkeit entsprechend verantwortlich für sein Handeln sei. Obwohl er in seiner Gesamtpersönlichkeit, laut Billeth, gestört sei, könne man davon ausgehen, dass er seinen pädophilen Neigungen keinesfalls hilflos ausgeliefert war.
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