Interview

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EBERGASSING. Das geplante Logistikzentrum der Firma Spar in Ebergassing lässt nach wie vor die Wogen hochschlagen. Jetzt schaltete sich auch Lukas Mandl, Abgeordneter zum NÖ Landtag und Bezirksparteiobmann der ÖVP Wien-Umgebung, in die Verhandlungen ein.

Bezirksblätter: Bekanntlich steht die ÖVP im Streit um das Logistikzentrum eher auf der Seite der Projektgegner. Was war der Ausgangspunkt für die Verhandlungen mit Spar?
Lukas Mandl: Der Abgeordnete hat die Funktion eines Vermittlers. Ich habe mit vielen Bürgern gesprochen und festgestellt, dass das größte Bedenken im Zusammenhang mit dem Logistikzentrum der LKW Verkehr ist. Deshalb habe ich mich in den Verhandlungen mit Alois Huber von der Firma Spar auf den LKW Verkehr konzentriert. Die Gespräche waren zwar nicht immer einfach, aber letztendlich liegen jetzt die Ergebnisse auf dem Tisch. Spar verpflichtet sich, nicht nur den eigenen Fahrern, sondern auch Lieferfirmen anzuweisen, nicht durch Ebergassing zu fahren.

Warum stößt das Projekt in der Bevölkerung auf so großen Widerstand?
Mandl: Ich handle nach einem Grundsatz, der heißt „Gefühle sind immer echt“. Wenn die Bürger in Ebergassing konkret mit einem Projekt ein Problem und Bedenken haben, dann sind die Bedenken dieser Menschen mein Auftrag als Abgeordneter. Deshalb habe ich mich auch für diese Menschen eingesetzt, weil die Argumente für mich verständlich waren. Ich habe auch Verständnis für manche harte Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und der BI, nicht zuletzt, weil der Bürgermeister von Ebergassing in einer für mich unverständlichen Art und Weise blauäugig an die Sache herangegangen ist, und geglaubt hat, er wird Furore machen mit dieser Betriebsansiedlung und dabei außer Acht gelassen hat, dass ein solch ein Projekt auch ganz viel Bürgerbeteiligung verlangt.

Es wurde seitens Spar ja schon lange kommuniziert, dass 95 Prozent der LKW nicht durch die Ortschaft fahren werden. Das ist also nichts neues.
Mandl: Das stimmt. Spar war bis dato aber nicht bereit, diese Aussage auch schriftlich zu tätigen. Die BI hat sich damit zurecht nicht zufrieden gegeben. Jetzt gibt es nicht nur die schriftliche Fixierung, sondern auch eine konkrete Auflistung aller Sparmärkte, die beliefert werden dürfen. Insgesamt gibt es vier Spar Märkte, die eine Durchfahrt der LKWs durch Ebergassing erforderlich machen.

Was, wenn die schriftliche Vereinbarung nicht eingehalten wird?
Mandl: Sollte das passieren, gibt es selbstverständlich Sanktionen. Das war auch für mich in den Verhandlungen entscheidend, denn jedes Regelwerk ist zahnlos, wenn es keine Sanktion gibt. Wenn Spar gegen diese Verpflichtung verstößt, dann gibt es Verwaltungsstrafen, die im Wiederholungsfall immer höher werden.

Ist das der „Durchbruch“ im Streit um das Projekt?
Mandl: Es ist zumindest der Beitrag, den ich leisten konnte: Den LKW Verkehr zu verhindern.

Wer war in die Verhandlungen involviert?
Mandl: Willi Eigner und ich, auch Herbert Böhm war einmal dabei. Außerdem war ich immer im engen Kontakt mit der BI, der ich auf diesem Weg wirklich Respekt zollen möchte. Was ich jetzt erreicht habe, ist das Maximum, was zu erreichen ist. Das heißt, das Logistikzentrum wird stehen. Arbeitsplätze und Kommunalsteuereinnahmen sind etwas Gutes für Ebergassing und die Region, da kann man nicht darum herumreden.

IEs gab ja noch andere Standorte, die geprüft wurden, bei denen aber überall durchgefahren hätte werden müssen.
Mandl: Es ist das gute Recht der Firma Spar, sich für den Standort zu entscheiden, wenn alle rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind. Und ich bin als Politiker nicht erst dann zufrieden, wenn alle rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, sondern wenn auch die Bevölkerung vom LKW Verkehr entlastet ist. Das war auf der politischen Ebene mein Ziel und das wurde erreicht.

Vielen Dank für das Interview. Gerne können Sie noch ein paar abschließende Worte zum Projekt sagen.
Mandl: Viele kennen sicher die Fernsehserie A-Team, wo Hannibal sagt „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“ – das passt auch zu diesem Projekt, weil mein Plan, den LKW Verkehr zu verhindern, gelungen ist. Ich bleibe auch weiter mit Spar und der BI in Kontakt und freue mich, dass wir diesen Erfolg bei Aufrechterhaltung einer guten Gesprächsbasis erzielt haben – denn das ist auch immer wichtig.

Autor:

Sonja Himburg aus Schwechat

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