19.01.2012, 18:59 Uhr

Der ultimative "Brennessel" Jahresrückblick 2011

Seit 30 Jahren sind die „Brennesseln“ die Meister der feinen Klinge

Die „Brennesseln“ sind Urgesteine der heimischen Kabarettszene. Sie haben ihr Stammpublikum. Was wahrscheinlich an ihrem schonungslosen Umgang mit den Politikern liegt. Obwohl manche Angriffe untergriffig sind, sind sie intelligent verpackt, wortreich ausgeschmückt und treffend wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Die Pointen sitzen dementsprechend exakt. Und keiner wird vergessen. Alle bekommen sie ihr Fett ab. Die Faymanns und die Prölls, die Straches und die Rosenkranz und die vielen Minister, von denen ohnehin kein Mensch mehr die Namen kennt.

Das war's - 2011
Auf Grund des großen Erfolges der letzten Jahresrückschau "Das war's - 2010" hat "Brennessel" Texter Alfred Aigelsreiter auch dieses Jahr wieder die Macheloikes, Ausrutscher, Bauchflecks und Peinlichkeiten großer und kleiner Tiere aus Gesellschaft und Politik notiert, um sie dem geneigten Publikum wort- und pointenreich zu Gehör zu bringen. Was 2011 passierte wird dann gnadenlos seziert, verspottet und aufgeblattelt. Die Aufreger des Jahres passierten noch einmal Revue. Die Pointen purzelten im Sekundentakt und die verbalen Ohrfeigen für die Verantwortlichen klangen äußerst wohltuend im Ohr der ZuhörerInnen. Es gab Sprachkaskaden, Formulierungskunststücke und verbale Kopfnüsse für demente Tendenzen und die vielen Dementi-Keiler, Ablenkungsdomestiken und Vertuschungskapazunder.
Fazit: Ein zweistündiges Rückblickstribunal mit hoher Pointenquote und einem Angriff auf die Lachmuskeln, allerdings kein Programm für Intelligenzallergiker.

Kein Werbegag
Gerade als die ersten Gäste eintrafen "parkte" sich ein PKW - quer auf dem Gehsteig stehend - unfreiwillig mitten im Hauseingang ein. Das Hausportal und die Eingangstüre wurden massiv beschädigt, ebenso die Zierbäume und die Frontpartie des Kleinwagens. Man musste sich beim Auto verbeizwicken und über Schutt sowie die heruntergefallene Stoßstange steigen, um ins Haus zu gelangen. Als die Polizei eintraf rätselte ich bereits in der Tiefe eines der ältesten und bekanntesten Kellertheater Wiens mit den anderen erstaunten Gästen bei einem 1/8 Pinot Noir über den mysteriösen Unfallhergang. Alfred Aigelsreiter versicherte jedenfalls zu Beginn des Programms, dass es sich keinesfalls um einen publikumswirksamen Werbegag handelt ;-)
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