Völkermarkter Stausee
Absenken um einen Meter dauert rund zehn Stunden

Der Völkermarkter Stausee wurde zum zweiten Mal nach 2018 auf ein Mindestmaß abgesenkt.
  • Der Völkermarkter Stausee wurde zum zweiten Mal nach 2018 auf ein Mindestmaß abgesenkt.
  • Foto: Georg Bachhiesl
  • hochgeladen von Kristina Orasche

Durch die Absenkung des Völkermarkter Stausees konnte Lavamünd vor einem erneuten Hochwasser bewahrt werden.

VÖLKERMARKT. Am Wochenende vom 15. November wurde der Völkermarkter Stausee vom Verbund drastisch abgesenkt, um so Lavamünd vor einer neuerlichen Hochwasserkatastrophe zu schützen. Diesbezüglich hat die WOCHE mit Robert Zechner, Verbund-Pressesprecher, gesprochen und nachgefragt, wie das Absenken des Stausees funktioniert.

24 Kilometer lang

Der Völkermarkter Stausee ist 24 Kilometer lang und somit der viertgrößte See in Kärnten. "Die Wasserhöhe im Stausee kann über das Anfang der 1960er-Jahre errichtete Verbund-Kraftwerk Edling gesteuert werden. Bei Hochwasser wird der Stausee um etwa einen Meter abgesenkt", erklärt Robert Zechner. Dadurch kann die hochwasserführende Drau den Stausee passieren, durch die Uferbegleitdämme links und rechts sind die Gemeinden entlang der Drau geschützt.

Sicherheitspuffer geschaffen

Das Absenken vor einem Hochwasser geschieht jedoch ganz langsam. "Es werden etwa zehn Zentimeter pro Stunde abgesenkt. Das Absenken um einen Meter braucht also schon zehn Stunden." Die Gemeinde Lavamünd liegt außerhalb der Kraftwerkskette und verfügt derzeit über keinen eigenen Hochwasserschutz, dieser wird erst im nächsten Jahr fertiggestellt. "Es wurde in Absprache mit dem Landeskrisenstab festgelegt, dass Verbund im Völkermarkter Stausee einen Sicherheitspuffer für Lavamünd schaffen soll. Wir haben also vor dem Eintreffen der Hochwasserwelle den Stausee bis zum technisch möglichen Mindestmaß abgestaut", erklärt der Pressesprecher. 

Gefährliche Situation

Durch das drastische Absenken des Stausees lag der Wasserspiegel 4,5 Meter unter dem Normalniveau, was auch Schaulustige angezogen und mitunter für gefährliche Situationen gesorgt hat. "Der Grund des Stausees war über weite Strecken zu sehen. Viele Schaulustige spazierten sogar im leeren Stausee herum, was aber höchst gefährlich ist. Der Wasserstand kann sich nämlich sogar innerhalb weniger Minuten deutlich verändern", warnt Zechner. 

Hochwasserwelle

In der Nacht von Sonntag auf Montag (17. auf 18. November) hat die Hochwasserwelle den Stausee erreicht. "Diese brachte 1.750 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Wir haben allerdings in Absprache mit den Behörden nur maximal 1.350 Kubikmeter pro Sekunde Richtung Lavamünd weitergegeben, denn 1.700 Kubikmeter hätten dort bereits für Überflutungen am Drauspitz gesorgt." Die Hochwasserwelle hat dafür gesorgt, dass sich der Stausee schnell wieder gefüllt hat. "Es konnte der gesamte Hochwasserscheitel im See aufgefangen und Lavamünd somit geschützt werden", so Zechner.

Zusammenarbeit

Alle Maßnahmen des Abstauens und Wiederaufstauens wurden über Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt umgesetzt. "Wir möchten uns beim Bezirkshauptmann und dem gesamten Team für die professionelle Zusammenarbeit bedanken. Außerdem haben uns die Freiwilligen Feuerwehren bei den laufenden Kontrollen, auch in den Nächten, entlang der Uferbegleitdämme unterstützt." Im Zuge der Hochwasservorsorge wurden auch die Stauseen Rosegg und Feistritz abgestaut. "Allerdings nicht so stark. Die Rolle des Sicherheitspuffers hat nur der Völkermarkter Stausee übernommen", erklärt Zechner. Im Vorjahr wurde der Stausee zum ersten Mal als Sicherheitspuffer für den Ort Lavamünd eingesetzt.

Autor:

Kristina Orasche aus Völkermarkt

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