Die Abnützung eines Gelenks
Arthrose und die Schmerzen im Alltag
- Arthrose ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar, aber die Beschwerden lassen sich oft lindern und das Fortschreiten der Gelenkabnützung verzögern
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Schmerzen in der Hüfte beim Treppensteigen, bei Belastung oder Probleme beim Niederknien. Eine Arthrose belastet viele Menschen weltweit. Meist entwickelt sie sich langsam über einen längeren Zeitraum.
BEZIRK VÖLKERMARKT. Unter einer Arthrose versteht man die Abnutzung eines Gelenks mit fortschreitendem Verlust an Knorpelsubstanz. Vor allem Menschen mittleren und höheren Alters sind betroffen. Die ersten Beschwerden treten vorwiegend zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. „Am häufigsten sind Knie (Gonarthrose), Hüfte (Koxarthrose), Fingergelenke (Fingerpolyarthrosen) und Wirbelgelenke (Facettengelenksarthrose) betroffen“, berichtet Peter Mayer, Oberarzt im Krankenhaus der Elisabethinen und Facharzt für Orthopädie in Völkermarkt.
Symptome
Typische Symptome sind Schmerzen im Gelenk. „Sie entwickeln sich in der Regel schleichend über einen längeren Zeitraum- zunächst nur bei Belastung. Häufig ist ein wellenartiger Verlauf mit Zeiten verstärkter Beschwerden und Entzündungsreaktion (aktivierte Arthrose), welche sich dann wieder abschwächen oder ganz verschwinden“, so Mayer. Bei stärker fortgeschrittener Arthrose können auch Schmerzen in Ruhe oder nachts auftreten. Begleitend zur Schmerzsymptomatik kommt es im Verlauf zu einer zunehmenden Schwellung und Bewegungseinschränkung des Gelenks. „Arthrose-Beschwerden können den Alltag deutlich erschweren, sowohl im Beruf als auch in der Freizeit. Zudem können diese auch den Schlaf stören, die Psyche beeinträchtigen und insgesamt zu einer eingeschränkten Belastbarkeit führen“, so der Facharzt für Orthopädie.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist das Alter. Mit der Zeit verliert der Gelenkknorpel an Elastizität und Regenerationsfähigkeit. „Zusätzlich können Übergewicht, Fehlstellungen (X oder O-Beine), vorangegangene Verletzungen, z.B. Knochenbrüche, Risse von Kreuz- oder Seitenbändern, chronische Überlastung/Überbeanspruchung und Bewegungsmangel, zur Entstehung einer Arthrose beitragen“, sagt Mayer.
Behandlungsmöglichkeiten
Arthrose ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar, aber die Beschwerden lassen sich oft lindern und das Fortschreiten der Gelenkabnützung verzögern. Zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten gehören die Bewegungstherapie zur Kräftigung der Muskulatur und zum Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, Gewichtsreduktion (auch bei stärkerem Übergewicht kann die Abnahme von fünf Kilogramm die Beschwerden schon um 50 Prozent reduzieren), entzündungshemmende Schmerzmittel sowie lokale Maßnahmen wie Topfenwickel und Schmerz-Gele, orthopädietechnische Hilfsmittel wie Gelenksbandagen, Gehstöcke oder spezielle Greif- und Öffnungshilfen bei Fingerarthrosen sowie Spritzenbehandlungen mit Kortison (Hyaluronsäure oder Eigenblut können die Beschwerden über einen längeren Zeitraum verbessern).
Erfahrungen und Tipps
„Arthrose ist weit verbreitet, aber Betroffene können durch Bewegung, gesunde Ernährung und gezielte Therapien ein aktives Leben führen und ihre Beschwerden deutlich reduzieren“, so Mayer. Sehr oft lässt sich dadurch eine Operation mit Implantation eines Gelenkersatzes lange hinauszögern oder sogar vermeiden. Gerade bei Patienten-/innen mit gering ausgeprägter Arthrose und starken Schmerzen sollte der frühzeitige Gelenkersatz trotzdem vermieden werden.
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