Peer-Mediation: Schüler helfen Schülern im Streitfall

Werkl und Oswaldi (li.) mit Nathalie Zeiß (re.)
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VÖLKERMARKT (sj). Wenn Schüler untereinander streiten, gibt es am Alpe-Adria-Gymnasium (AAG) in Völkermarkt Hilfe von anderen Schülern im Rahmen der sogenannten "Peer-Mediation". Dieses Werkzeug zur Konfliktlösung brachte Direktorin Theresa Volpe-Pühringer an die Schule.
Sie absolvierte die Ausbildung an der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt "The European General Mediator". Im Schuljahr 1999/2000 startete das Projekt im kleinen Rahmen am AAG. "Ich habe schnell gemerkt, dass es Schüler als Multiplikatoren braucht, da Schüler mit Schülern anders arbeiten als Lehrer mit Schülern", so Volpe-Pühringer.

Ausbildung an Schule

Seit 15 Jahren gibt es in der Schule nun die Ausbildung zum "Peer-Mediator". Mittlerweile findet diese als geblockter Freigegenstand an zwei Wochenenden pro Schuljahr im Bildungshaus Sodalitas in Tainach statt, damit sich die Schüler zwei Tage ohne Unterbrechung der Mediation widmen können. Mitmachen können Schüler ab der Oberstufe.

"Wir wollen helfen"

Zwei Schülerinnen, die Anfang Februar einen Ausbildungsblock in Tainach absolvierten, sind Natascha Werkl und Vicky Oswaldi (beide 5B): "Wir wollen in der Schule helfen und friedlich Konflikte lösen, deshalb sind wir hier." Die schon erfahrene "Peer-Mediatorin" Nathalie Zeiß (8B) sagt, dass ihr die Ausbildung auch im Privatleben schon geholfen hat. In der Schule löst sie in erster Linie Konflikte, wenn es unter Schülern um den Umgang miteinander, die gemeinsame Gestaltung der Freizeit oder den Umgang mit fremdem Eigentum geht.

Viele Themen

"An Schulen gibt es keinen Konflikt, den es nicht gibt", weiß Volpe-Pühringer. Gruppenbildungen, aus denen Einzelne ausgeschlossen werden, Mobbing in Pausen, im Bus oder über die Sozialen Medien, Höflichkeit und der schon erwähnte Umgang mit fremdem Eigentum, stellen die häufigsten Probleme dar, die die "Peer-Mediatoren" auf den Plan rufen.

Abschluss mit Zertifikat

Die Mediation selbst läuft nach einem genauen Schema ab, die Mediatoren haben absolute Schweigepflicht. "Wir können nicht alle Konflikte lösen, aber der Einsatz zahlt sich auf jeden Fall aus", so die Direktorin.
Dass ältere Schüler als Vermittler für jüngere Schüler dienen, macht sie auch zu Vorbildern: "Zudem erhalten die Schüler nach ihrer Ausbildung ein Zertifikat und sind beim österreichischen Bund der Mediatoren gelistet." Diese Ausbildung sei laut der Direktorin ein Vorteil bei späteren Bewerbungen oder Aufnahmsprüfungen: "Einige Schüler haben mich nach der Matura darüber informiert, dass sie aufgrund dieser Ausbildung zum Zug kamen."

Programm läuft weiter

Volpe-Pühringer ist es sehr wichtig, dass das Programm nach ihrer Pensionierung in voraussichtlich zwei Jahren fortgeführt wird. Diese Aufgabe werden die beiden Lehrerinnen Claudia Koreschnig und Verena Wurzer-Lipouschek in Zukunft übernehmen: "Peer-Mediation ist wie Erste Hilfe. Sie hilft und entlastet die Kinder."

Zur Sache:

Von der "Peer-Mediation" gibt es zwei Sparten: die Streitschlichtung und die sogenannte "Buddy-Tätigkeit", bei der jeder 1. Klasse zwei bis drei ältere Schüler zur Seite gestellt werden

Die Ausbildung wird von Theresa Volpe-Pühringer geleitet und gliedert sich in
• 60 Stunden Theorie,
• 20 Stunden Praxis,
• pro Monat eine Doppelstunde Weiterbildung, Feeback oder Coaching
• und eine Abschlussarbeit.

• Die Grundausbildung schließt mit einem Zertifikat ab.

• Anmelden können sich Schüler der 5., 6. und 7. Klassen. Auch Lehrer von anderen Schulen haben diese Ausbildung am Alpe-Adria-Gymasium bereits absolviert. Bewerbungen an bg-voelk-dir@lsr-ktn.gv.at

Werkl und Oswaldi (li.) mit Nathalie Zeiß (re.)
Die Lehrerinnen Verena Wurzer-Lipouschek und Claudia Koreschnig mit Direktorin Theresa Volpe-Pühringer (von links)

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