24.01.2017, 12:00 Uhr

"Viel Lärm um nichts" in Eberndorf

Sommerspiele Eberndorf: Patrick Steinwidder mit Hansi Prilasnig in "Der Revisor" (Foto: Stefan Zoltan)

Wir lüften das Geheimnis: Shakespeares Klassiker "Viel Lärm um nichts" wird heuer bei den Sommerspielen aufgeführt.

EBERNDORF. Das Logo, die Website und den Auftritt in den sozialen Medien der Südkärntner Sommerspiele Eberndorf hat der neue Regisseur, Patrick Steinwidder, bereits einer sanften Modernisierung unterzogen.

Shakespeare im Stift

Im Rahmen eines Gewinnspiels hat er die User auf Facebook nach dem Titel des heurigen Stückes raten lassen. Nun ist die Katze aus dem Sack: Shakespeares Komödien-Klassiker "Viel Lärm um nichts" steht heuer auf dem Spielplan. Es ist das erste Mal, dass ein Shakespeare im Stift zur Aufführung kommt. "Es ist an der Zeit, dass wir uns an eine der beliebtesten und turbulentesten Komödien des englischen Meisterdichters wagen", erklärt Steinwidder.

Alte und neue Gesichter

Dabei setzt der gebürtige Judenburger auf das bekannte Stammensemble und ergänzt es mit neuen jungen Gesichtern, zum Beispiel Florian Peter Kutej aus Bleiburg oder Martin Mak aus Völkermarkt. Letzterer gibt mit Stammspieler Gerhard Kuschej das Tölpel-Duo "Holzapfel und Schlehwein". "Sie bringen in ihrer herrlichen Planlosigkeit ungewollt alles wieder ins Lot", sagt Steinwidder, der bereits selbst als Schlehwein auf der Bühne stand.


Kampf der Geschlechter

Zum Stück selbst sagt der neue künstlerische Leiter: "Die abwechslungsreiche Komödie lebt vom witzigen Geschlechterkampf, Erotik und einer spannenden Handlung." Shakespeares Titel ist im Original aber auch ein Wortspiel, weil das englische "no-thing" laut Steinwidder auf das weibliche Geschlecht anspielt: "Es geht also um mehr, als die lustige Oberfläche vermuten lässt. Das gefällt mir als generelles Motto für meine Intendanz."

"Stars der Kindheit"

Neben den Darstellern spielt auch das Stift Eberndorf selbst heuer eine Hauptrolle. "Wir bespielen die Arkaden im Erdgeschoss und im ersten Stock", verrät Steinwidder, der die ehrwürdigen Gemäuer seit seiner Kindheit kennt. Als Urlauberkind war es sein jährliches Highlight, wenn seine Eltern mit ihm eine Aufführung der Sommerspiele besuchten. "Hansi Prilasnig, Herbert Murero oder Helmut Lechthaler waren die Stars meiner Kindheit und haben meine Berufsentscheidung wesentlich geprägt", erzählt Steinwidder.

"Bereit für Shakespeare"

Der Judenburger studierte in London Theaterregie und will nun in seinem ersten Jahr seine dort gewonnenen Erfahrungen, wie man Shakespeare leichtfüßig und publikumswirksam inszeniert, nach Eberndorf bringen: "Ich bin überzeugt, unser tolles Ensemble ist nach der vielen Bühnenerfahrung, die es unter Jörg Schlaminger gesammelt hat, bereit für Shakespeare. Ich freue mich auf diese Herausforderung."

Spieltermine:

6. Juli (Premiere) bis 18. August 2017, jeweils Dienstag, Donnerstag und Freitag um 20:30 Uhr.

Karten und Infos: www.sks-eberndorf.at

Über Patrick Steinwidder:

Geboren: 1978 in Judenburg

Studium: 1998-2003 Magisterstudium der Kulturwissenschaften in Klagenfurt und Bologna

Nach Stationen

in Hamburg, Brüssel und Salzburg war er 2007 bis 2010 fest als Theaterpädagoge und Assistent am Stadttheater Klagenfurt engagiert.

2010-2012 absolvierte er als erster und einziger deutschsprachiger Student das Masterstudium in Theaterregie an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London und assistierte anschließend am Deutschen Theater Berlin u.a. bei Stephan Kimmig.

Er erhielt 2011 den Kulturförderungspreis für Darstellende Kunst des Landes Kärnten.


Inszenierungen:

„Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas d.J. (Artecielo Klagenfurt und Gastspiel beim Festival „schauplatz.theater“, Salzburg; auch Textfassung), „Die Zofen“ von Jean Genet (Volxhaus Klagenfurt), „Reigen“ von Arthur Schnitzler (George Bernard Shaw Theatre London und Residenztheater München), „In weiter Ferne“ von Caryl Churchill (Stadttheater Klagenfurt/Bergbaumuseum), „Final Faust II Fantasy“ in einer eigenen Textfassung nach J.W. Goethe am Residenztheater München (dafür Nominierung zum Kurt-Meisel-Förderpreis 2014).
Steinwidders Inszenierung der englischsprachigen Erstaufführung von Peter Turrinis Monolog „Infanticide“ („Kindsmord“) in London wurde 2014 anlässlich des geplanten Festivals zum 70. Geburtstag des Autors als Gastspiel ans Wiener Burgtheater eingeladen (Festival nach der Entlassung des Intendanten Matthias Hartmann von dessen Nachfolgerin abgesagt).

Weitere Details auf patricksteinwidder.tumblr.com
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentarausblenden
3.112
Franz Wank aus Völkermarkt | 26.01.2017 | 21:04   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.