Teach for Austria-Fellows
Junglehrer-Offensive in Wels großer Erfolg

Die Fellows und ihre Unterstützer (v.l.): Alexander Wecht, Katharina Lechner, Nina Baak, Bildungsreferentin Christine Haberlander, Marco Lieperth, Direktorin Henriette Steinauer, Schulqualitätsmanager Franz Heilinger und Bernhard Reingruber von Teach for Austria OÖ.
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  • Die Fellows und ihre Unterstützer (v.l.): Alexander Wecht, Katharina Lechner, Nina Baak, Bildungsreferentin Christine Haberlander, Marco Lieperth, Direktorin Henriette Steinauer, Schulqualitätsmanager Franz Heilinger und Bernhard Reingruber von Teach for Austria OÖ.
  • Foto: Land OÖ/Stinglmayr
  • hochgeladen von Mario Born

Vier junge Quereinsteiger an der Neuen Mittelschule (NMS) 6 in Wels stehen für den Erfolg des neuen Lehrermodells "Teach for Austria".

WELS, LINZ (mb). "Es geht darum, die Lebenswege der Kinder zu verändern": So bringt Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) die Stoßrichtung des Projektes "Teach for Austria Fellow" auf den Punkt. Mit dem Modell werden junge Quereinsteiger – Fellows, zu deutsch: Gefährten – direkt aus dem Studium an die Schulen geholt und damit frische Impulse gesetzt. Damit soll einerseits das Problem des Lehrermangels bekämpft, andererseits der Bildungszugang für sozial benachteiligte Schüler verbessert werden. "Die Fellows sind als Unterstützung an herausfordernden Schulen eine wertvolle Ergänzung", so Haberlander. "Sie sollen die Lehrer keineswegs ersetzen, sondern durch ihren neuen Zugang auch neue Möglichkeiten und Ansätze liefern."

21 Fellows in OÖ

Seit zwei Jahren läuft das Projekt, für die Auswahl gibt es strenge Kriterien. Rund zehn Prozent der Bewerber aus allen möglichen Sparten schaffen es im Schnitt. Derzeit sind in ganz Österreich 123 im Einsatz, in Oberösterreich sind es 21 an Standorten in Linz, Steyr – und eben in Wels. Vier sind allein an der NMS6 im Einsatz. "Als ich damals von den Fellows erfuhr, wollte ich sofort welche für meine Schule", sagt Direktorin Henriette Steinauer.

Gerechtigkeitssinn und Empathie

Mit Erfolg: Alexander Wecht aus Linz und Marco Lieperth aus Klagenfurt sind bereits seit einem Jahr an Bord, seit diesem Schuljahr werden sie von der Welserin Katharina Lechner und Nina Baak aus Marchtrenk unterstützt. Alle vier kommen nicht ursprünglich aus dem Lehramt. Wecht hat Jus studiert, Lieperth Anglistik und Amerikanistik. Und auch Lechner mit Umwelt- und Bioressourcenmanagement und Baak mit Theater-, Film- und Medienwissenschaften haben nicht den klassischen Hintergrund.
Doch eines ist ihnen allen gemein: ein starker Gerechtigkeitssinn, viel Empathie sowie Erfahrung in  und Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern. "Ich habe viele Menschen kennengelernt, die unzufrieden mit sich sind, ideen- und ziellos durch die Welt gehen, weil sie angesichts der Fülle von Möglichkeiten nicht entscheiden können, welchen Weg sie einschlagen", sagt Baak. "Ihnen will ich helfen, Struktur und Unterstützung geben." Und Lechner ergänzt: "Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben es oft schwer, mitzuhalten und den Weg einzuschlagen, der ihnen eigentlich liegen würde. Sie müssen ins Boot geholt werden."

"Geniale Symbiose"

Und auch, wenn der Quereinstieg eine Herausforderung darstellt, weil "jeder Tag, jeder Schüler anders ist", so Baak – die Situation ist für alle Seiten eine Bereicherung: "Es ist eine geniale Symbiose, ein gegenseitiges Befruchten", so Direktorin Steinauer mit Blick auf die alten Lehrerkollegen.  Und die Kinder profitieren von der frischen Herangehens- und Sichtweise der "Neulinge".
Aus diesem Grunde will das Land das Modell zusammen mit einigen Firmen, die laut Haberlander "ihre gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst nehmen", weiter unterstützen. "Die Probleme werden nicht weniger an den Schulen, deshalb muss man sich für dieses Modell öffnen", appelliert  Steinauer. Das scheint so zu sein: Allein in Wels haben die NMS2 und 8 schon konkretes Interesse an eigenen Fellows angemeldet, weitere sollen folgen.

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