Gute Unternehmen achten auf ihre Mitarbeiter

"Employer Branding" ist kein Marketingprojekt. Es muss gelebt werden - und zwar Tag für Tag.
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WELS. Der Kampf um qualifizierte Arbeitnehmer wird härter, der Begriff "Employer Branding" deshalb immer bedeutsamer. Unternehmen sind heutzutage kreativ, geht es darum, sich als attraktiver Arbeitgeber schmackhaft zu präsentieren. So sind etwa Akademien für interne Aus- und Weiterbildungen aus größeren Betrieben fast nicht mehr wegzudenken. So auch bei Holter Sanitär in Wels.
"In unserer Akademie werden Veranstaltungen für Mitarbeiter organisiert, die von fachlicher Weiterbildung über soziale Aktivitäten, die das Miteinander fördern sollen, gehen. Auch Freizeitprogramme, wie Skitage oder Wanderausflüge, werden geboten", so Claudia Jung, Holter-Pressebeauftragte. Auch auf die Gesundheit der Mitarbeiter wird geachtet, ein Pluspunkt in einer Zeit, in der das Bewusstsein dafür hoch ist wie nie. "Seit Herbst haben wir eine eigene Kantine, ein Caterer liefert ausgewogene Mahlzeiten. Rund 60 Prozent der Kosten übernimmt Holter. Zudem gibt es wöchentlich Obstkörbe von einem regionalen Anbauer, für Vitaminkicks zur freien Entnahme", so Jung.
Was bei Mitarbeitern auch gut ankommt sind Maßnahmen für Kinderbetreuung im Unternehmen. Für die jungen Lehrlinge werden oft Bonussysteme für gute Leistungen entwickelt. Bei Starlim//Sterner kann es sich dann sogar ausgehen, den Führerschein vollständig finanziert zu bekommen.

Tipps für Unternehmen
Grundsätzlich gibt es kein Pauschalrezept dafür, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter finden und am besten halten können. Maßnahmen können viele gesetzt werden. Doch zu beachten ist, dass "Employer Branding" kein Marketingprojekt ist. Es muss gelebt werden – und zwar Tag für Tag. Diese Meinung teilt Josef Buttinger, Leiter HR-Solutions bei Bilfinger Personalservice Österreich. "Eine perfekte Homepage oder ein attraktive Flyer machen das Unternehmen unglaubwürdig, wenn ein Bewerber zwei Wochen auf eine Rückmeldung warten muss. Darüber hinaus werden bestehende Mitarbeiter demotiviert, wenn diese im Alltag ganz was anderes erleben", meint der Experte. Eine einfache Formel kann dabei helfen, es richtig zu machen. "Die 70-20-10-Regel für das 'Employer Branding' besagt: 70 Prozent sind interne Analyse und interne Strategiearbeit. Gefragt ist strategisches Personalmanagement. 20 Prozent sind interne Kommunikation, wobei es hier ausschließlich auf Authentizität ankommt. 10 Prozent sind externe Kommunikation. Hierbei geht es um die Botschaft", weiß Buttinger.
Er gibt Unternehmen noch folgenden Ratschlag: "Lassen Sie Ihre Mitarbeiter spüren, dass sie bei einem Top-Arbeitgeber beschäftigt sind und sie Ihnen wichtig sind. So werden diese zu Botschaftern und werden ihre Netzwerke bei der Suche nach neuen Mitarbeitern einsetzen!"

ZUR SACHE

Employer Branding (dt. Arbeitgebermarkenbildung) ist eine unternehmensstrategische Maßnahme, bei der Konzepte aus dem Marketing – insbesondere der Markenbildung – angewandt werden, um ein Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt positiv abzuheben (zu positionieren). Der Begriff taucht in der englischsprachigen Literatur erstmals 1996 im Fachartikel „The Employer Brand“ von Tim Ambler und Simon Barrow im Journal of Brand Management auf. Das Ergebnis von Employer Branding ist die Arbeitgebermarke (engl. Employer Brand), also die vom Unternehmen gezielt gestaltete Art und Weise, wie ein Unternehmen im Arbeitsmarkt als Arbeitgeber wahrgenommen wird. Insofern unterscheidet sich die Arbeitgebermarke vom Arbeitgeberimage, das eher historisch und primär durch Medieneinflüsse entstanden ist.

Das Ziel von Employer Branding besteht im Wesentlichen darin, aufgrund der erhofften Marketingwirkung die Effizienz der Personalrekrutierung als auch die Qualität der Bewerber dauerhaft zu steigern. Außerdem sollen qualifizierte und engagierte Mitarbeiter durch eine höhere Identifikation und durch den Aufbau einer emotionalen Bindung langfristig an das Unternehmen gebunden werden.

"Employer Branding" ist kein Marketingprojekt. Es muss gelebt werden - und zwar Tag für Tag.
Josef Buttinger, Leiter HR-Solutions bei Bilfinger Personalservice Österreich.
Autor:

Ines Trajceski aus Wels & Wels Land

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