05.09.2016, 14:55 Uhr

Mythen-Check: So laut war der Schulbeginn in Amstetten

Die Ergebnisse des Pegeltests: Zum Vergleich erzeugt die Glocke von St. Stephan 84,4 dB, der Bauernmarkt am Hauptplatz 80,8 dB. (Foto: Datawrapper)

Mythen-Check: Der ruhige Sommer und der laute Schulbeginn – Mythos oder Tatsache?

STADT AMSTETTEN. Der Wind weht Blätter durch die Luft vor der Neuen Mittelschule in Am-stetten. Sonst sind die Straßen, bis auf einige parkende Autos, verweist. Bei der Reichsbrücke bläst der Wind statt Blätter ein Plastiksackerl vor sich her, ein paar Autos fahren vorbei – auch hier ist alles ruhig. In der letzten Ferienwoche scheint die ganze Stadt noch einmal richtig durchzuschnaufen.

So laut ist der Schulstart

Am ersten Schultag sieht die Sache schon anders aus. Schüler tummeln sich wie Ameisen auf den Gehsteigen, zahllose Autos auf den Straßen vermehren die Hektik, die sich in den Morgenstunden ausdehnt. Doch ist der Schulanfang tatsächlich auch lauter, als ein Tag in den Sommerferien? Die BEZIRKSBLÄTTER haben nachgemessen und zuvor nachgefragt.

Ab wann Lärm schädlich ist

Ab 80 Dezibel (dB) ist der Lärm schädigend, erklärt Hörakustikerin Margit Schwarzinger.
Der "sichere Zeitraum" (Quelle: Hansaton) bei einem Lärmpegel von 80 dB sind acht Stunden, bei 86 dB nur mehr zwei Stunden und ab 92 dB 30 Minuten. Gibt es bei einem Auto eine Lärmentwicklung von etwa 75 dB an, muss man bei einem Laster mit etwa 90 dB rechnen. Gesetzlich muss am Arbeitsplatz ab 85 dB das Gehör geschützt werden.

"Das Ohr muss immer arbeiten", zieht Schwarzinger einen Vergleich zum Herz. Es sei immer gefordert und durch eine mittlerweile fast andauernde Beschallung "oft überarbeitet".

Mythos vom lauten Schulstart

Von den BEZIRKSBLÄTTERN wurde schließlich mit einem Schallpegelmessgerät gemessen: Mittelschule (85,8 dB eine Woche vor Schulstart / 87,4 dB zur gleichen Zeit beim Schulstart), Bahnhof (81,3 dB / 78,30 dB), Reichsbrücke (88,9 dB / 103,7 dB), Preinsbacher Straße (81,8 dB / 85,3 dB). Der Mythos vom lauten Schulstart ist damit bestätigt. Während es in den Ferien eher vereinzelte Lärmspitzen waren, die zum Ergebnis führten, war es zu Schulbeginn Dauerlärm.

Auffallend ist, dass der Bahnhof der ruhigste Ort war. Aus Vergleichsgründen wurde hier allerdings nur die Lärmentwicklung der Pendler, Pendlerzüge und Umgebungslärm gemessen – durchfahrende Güterzüge etwa blieben unberücksichtigt. Fazit: Ob Ferien oder Schulbeginn, in der Stadt Amstetten ist vor allem Verkehrslärm zu hören.
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