29.08.2016, 11:52 Uhr

Angriff auf die Sommerferien

Ferien als Zielscheibe: Luise und Jasmina genießen derweil den Sommer beim Ferienprogramm in Hollenstein. (Foto: Fankhauser)

Kürzere Sommerferien, dafür Herbstferien: Das sagen Betroffene aus dem Bezirk Amstetten.

BEZIRK AMSTETTEN. Familienministerin Sophie Karmasin forderte, zwei Wochen der Sommerferien in den Herbst zu verschieben. FP-Klubchef Gottfried Waldhäusl will, dass die Schulen ab erstem August wieder öffnen und Nachhilfe anbieten. Die BEZIRKSBLÄTTER fragten quer durch Amstetten nach, was der Bezirk von der neuen Sommerferiendebatte hält.

Schülerin: Pro kürzere Ferien

"Ich bin für verkürzte Ferien", sagt die Rosenauerin Antonia Kraft. "Es ist zwar schön, neun Wochen Ferien zu haben, aber die Zeit zwischen Schulanfang bis zu den Weihnachtsferien ist doch sehr lange, und eine kleine Verschnaufpause wäre angenehm, um seine Kräfte wieder aufzubauen", so die 19-Jährige Schülerin des BORG Scheibbs.

Dafür und dagegen

Als Mutter hätte sie früher gesagt, die Sommerferien sind zu lang, schmunzelt Eva Schwab. Als Standortleiterin des Nachhilfeinstituts "Lernquadrat" hätte sie ihre Meinung geändert, schließlich braucht auch die Nachhilfe ihre Zeit, um zum Erfolg zu führen.

Keine Lernzeitunterbrechung

Zwei Wochen Herbstferien wären aus pädagogischer Sicht nicht empfehlenswert, da sie die "geschlossene Lernzeit" unterbrechen und Schüler aus dem Lernfluss reißen würde, meint Cornelia Wagner-Sturm. Zudem sei die Zeit zwischen Semesterferien und Ostern oft herausfordernder, so die Direktorin der Aschbacher Mittelschule. Rücksicht müsse allerdings auf die Eltern genommen werden, schließlich wäre für diese die Kinderbetreuung oft eine große logistische Herausforderung.

Ferien haben sich bewährt

"Die derzeitigen Ferien haben sich bewährt", findet Franz Hofleitner, Direktor der BHAK/BHAS Waid-hofen. "Herbstferien würden eine intensive Phase unterbrechen. Mehrere freie Tage ergeben sich ohnehin aus den schulautonomen Tagen", so der Direktor.

Organisatorisch möglich

"Organisatorisch wären Herbstferien sicher möglich", erklärt Ruth Salomon, Direktorin der Volksschule Plenkerstraße in Waidhofen. "Die Frage ist, ob es auch für die Kinder gut ist", fügt sie hinzu. "Ein paar freie Tage oder sogar eine Woche Ferien haben sicher einen großen Erholungswert für die Kinder", erklärt Salomon.

Ferien werden verlängert

In Waidhofen werden die Sommerferien heuer sogar verlängert. Nach den Schulen in Konradsheim, St. Georgen/Klaus, Windhag und St. Leonhard/Walde verlegen auch die Volksschulen Waidhofen und Zell den Unterrichtsstart um eine halbe Stunde nach hinten. Schulstart ist dann am Montag, 5. September, um 8 Uhr.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.