05.04.2016, 00:00 Uhr

Biker, Blaulicht und böse Buben

REGION. Die erste Frühlingssonne, die Biker-Saison ist da. "Nach einem halben Jahr Winterpause machen wir vor der ersten Ausfahrt erst mal einen Fahrtechnikkurs", erzählen Eva und Andreas Schaupp aus Kottingbrunn, beide schon über 20 Jahre "dabei". Sie fahren Motoguzzi, "die europäische Harley". Evas Maschine hat 940 Kubik und ist 240 Kilo schwer - das Fahren erfordert "höchste Konzentration". Umso mehr ärgert sich die Kottingbrunnerin über die schwarzen Schafe ihrer Zunft, "die mich in der Kurve überholen, obwohl ich eh nicht langsam unterwegs bin oder die, als - ich sage - Schön-Fahrer mehr auf die Optik der Kleidung als auf deren Schutzcharakter achten".
Auch der Enzesfelder Harley-Fan Walter Grassl (unterwegs mit einer 1600 Kubik-Harley, die 180 km/h "liefert" und 350 Kilo schwer ist) kann manchmal nur den Kopf schütteln: "Wenn man - so wie ich mit meiner Frau - gemütlich übers Leithagebirge cruist, steht eh schon in jeder Kurve ein Kreuz, und es gibt eh schon ein Tempo 70 Limit - und trotzdem brausen die Gruppen an dir vorbei - dann sind das einige wenige Verrückte, die dann für Negativ-Berichte und ein schlechtes Image sorgen." Oder auch - wie zum Beispiel in Deutschland - dafür, so Grassl, dass manche Strecken für Biker bereits ganz gesperrt wurden. "Die verantwortungsvollen Fahrer müssen dann die Sünden dieser Raser büßen."
Die beliebtesten Biker-Strecken sind sehr kurvig - im Bezirk gibt es nur das Helenental, die Region Klausen Leopoldsdorf und die Strecke Großau-Berndorf.

Polizei mit Aktion scharf

Mit der ersten Frühlingssonne verschärfte auch die Polizei bereits ihre Schwerpunktkontrollen. Am Ostersonntag stand ein Prüfzug bei Heiligenkreuz - und wurde schon fündig. In Heiligenkreuz an der B210 im Helenental deshalb, weil es dort allein im Jahr 2015 acht schwere Motorradunfälle gab. Chefinspektor Karl Stix, Verkehrsbeauftragter des Bezirks: „Der alte Satz, Motorräder haben keine Knautschzone, wird von vielen Bikern immer wieder verdrängt. Die meisten Unfälle passieren auch wegen zu hoher Geschwindigkeit, beim Überholen oder Linksabbiegen. Mit einem Wort, viele Lenker überschätzen ihr Können und ihre Maschinen.“
Im Bezirk ereigneten sich im Vorjahr 52 Verkehrsunfälle mit Motorrädern und 57 mit Mofas. Wobei in der Hauptsaison, der schönen Jahreszeit, mit den schweren Maschinen 44 und mit den Mofas 55 Unfälle passiert sind. Tödliche Unfälle gab es im Vorjahr zwei.
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