08.09.2016, 16:53 Uhr

Rodler als Gipfelstürmer

Auf dem Dom-Gipfel: Florian Glatz, Gerhard Mühlbacher, Thomas Kammerlander und Gerald Kammerlander (von links). (Foto: ÖRV)
Dom-Besteigung in der Schweiz war absoluter Höhepunkt in der Saisonvorbereitung von Gerald Kammerlander aus Umhausen und Florian Glatzl aus Navis.

RANDA (pele). Randa, ein beschauliches Bergdorf im Mattertal im Schweizer Wallis! Das ist der Ausgangspunkt für ein Bergsteigerquartett, um den Dom zu bezwingen – mit 4545 Metern der höchste Gipfel der Schweiz und hinter Mont Blanc und Monte Rose dritthöchster der Alpen. Die Seilschaft wird gebildet von Rodel-Europameister Thomas Kammerlander, Rodel-Staatsmeister Florian Glatz und den beiden Trainern Gerald Kammerlander und Gerhard Mühlbacher.

Von Randa geht`s zunächst auf die Domhütte auf 2940 Metern. Die vier Männer sind bestens vorbereitet, dennoch macht ihnen die Hitze etwas zu schaffen. Letztlich benötigten sie aber weniger als zweieinhalb Stunden für den konditionell anspruchsvollen Steig.

Früher Aufbruch


Am folgenden Tag, dem Gipfeltag, bittet der Hüttenwirt bereits um 3.30 Uhr zum Domfrühstück. Weitere 1695 Höhenmeter müssen bis zum Gipfel bewältigt werden. Bewaffnet mit Stirnlampen startet die Tour für die Tiroler Seilschaft um Punkt vier Uhr. Zunächst geht´s steil die nordseitige Moräne des Festigletschers hinauf. Auf zirka 3200 Metern heißt es, Seil, Pickel und Steigeisen auszupacken, denn ab sofort geht es durch den Gletscherbruch. Vom 3600 Meter hoch gelegenen Felsriegel müssen 100 Meter kletternd bewältigt werden, ehe mit dem Festijoch auf 3700 Metern das erste Etappenziel erreicht ist.

Gipfelsturm auf Nordflanke


Dort entscheiden sich die Rodler, den Gipfelsturm auf den Dom über die Nordflanke anzugehen. Hinab zum Hohbergletscher in einem weiten Bogen und in gebührendem Abstand zu Eisbrücken geht es für das Quartett wieder aufwärts, bis bei knapp 4000 Meter der Beginn des steilen Gipfelhanges erreicht wird. Schließlich stehen sie nach einer Gehzeit von fünf Stunden und 25 Minuten auf dem 4545 Meter hohen Gipfel, von dem aus alle bekannten 4000er der Westalpen (Dufourspitze, Mönch, Jungfrau, Weißhorn, Dent Blanche usw.) bestens zu sehen sind. Und im Hintergrund des Matterhorns kommt auch der Mont Blanc mit seinen 4810 Metern zum Vorschein. Für die Rodler Grund genug, zu vereinbaren, dass der „Weiße Berg“ ihr nächste Ziel sein wird – allerdings erst im nächsten Sommer.
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