12.03.2016, 14:26 Uhr

Der Kunstraum Innsbruck zeigt Rosa Loy: Die andere Seite

Rosa Loy, Mutamßung, 2013, , courtesy Galerie Kleindienst, Leipzig; Kohn Gallery, Los Angeles; Galerie Baton, Seoul. Foto: Uwe Walter, Berlin.
Eine verschneite Winterlandschaft, ein auf einem Fabelwesen reitendes Mädchen, im Hintergrund türmen sich dunkle Gewitterwolken auf: Rosa Loys Bilder führen auf die andere Seite, öffnen die Tür in eine andere Welt, eine Welt der Magie, voller Geheimnisse.
Die figurative Malerin ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der Leipziger Schule, einer Kunstströmung, der auch ihr Ehemann Neo Rauch angehört und die sich durch außerordentliches handwerkliches Können auszeichnet. Rosa Loy studierte in den 1980er Jahren in Leipzig, wo sie auch heute lebt, und zeigt mit „Die andere Seite“ im Kunstraum Innsbruck ihre erste Einzelausstellung in Österreich.
Die 28 Bilder der Ausstellung, die teilweise auf Leinwand, teilweise auf Papier gemalt wurden, lassen den Besucher in eine zauberhafte Mär-chenwelt eintauchen, in deren traumversunkenen Landschaften oder Gärten ausschließlich Frauen wandeln, die miteinander kommunizieren oder liebevoll ihren verschiedenartigen Tätigkeiten nachgehen.
Loy thematisiert in allen Bildern die Weiblichkeit, eine neue Romantik und das Miteinander der Frauen und der sie umgebenden Natur. Es ist das Bild dieses Miteinander, das sich durch die Bilder zieht; Frauen, die sich gegenseitig helfen, in geschwisterlichen oder mütterlichen Beziehungen, oft im Zusammenspiel mit der Natur, auch wenn oft etwas Unheimliches oder Gespenstisches mitschwingt. Es gibt vieles zu entdecken, es lohnt sich ein zweiter Blick und man bemerkt, dass sich auch die Realität in die Bilder einschleicht, wie beispielsweise die schwarzen Müllsäcke, die von einem Fabelwesen auf einem Schlitten gezogen werden. So vielschichtig und farbenprächtig die großformatigen Bilder (die größte Leinwand ist 280 x 275 cm groß) sind, so verspielt und assoziativ sind die kleinformati-gen Bilder, die Rosa Loy wie Gedankenskizzen festhält. In der Ausstel-lung kommen beide Bildformate zu einer wunderbaren Synthese und la-den den Besucher zum Wandeln und Träumen ein.

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