15.03.2016, 09:00 Uhr

Instrumentenbau mit Holz: Den richtigen Ton treffen

Aus Holz entstehen Wunder: Diese Viola da Gamba stammt zur Gänze aus der Hand von Claudia Unterkofler – inklusive der filigranen Einlegearbeiten.

Vom massiven Stück Holz zu einem Kunstwerk: vor Ort bei einer Innsbrucker Instrumentenbauerin

Wenn die Liebe zur Musik auf die Liebe zum Werkstoff Holz trifft, entstehen kleine Wunderwerke. Bereits der erste Blick auf Rohmaterial und Endprodukt lässt erahnen, wie viel Perfektion, Können und Gefühl nötig sind – da ein massives Stück Holz, handverlesen und jahrelang getrocknet, dort ein fertiges Cello, perfekt in Form, Optik und Klang.

Hobby zum Beruf gemacht

Das STADTBLATT besuchte Claudia Unterkofler, eine der wenigen Streichinstrumentenbauerinnen Tirols, in ihrer Werkstatt in der Karmelitergasse. "Ich liebe Musik", schmunzelt die Handwerkerin auf die Frage, wie es zu ihrem Berufswunsch kam. "Ich habe von frühester Kindheit an Geige, später auch Viola da Gamba gespielt, auch, weil mich diese Instrumente immer fasziniert haben. So gesehen, habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht", schildert die junge Frau. Bereits während ihrer Schulzeit in Stams war ihr klar, dass sie Geigenbau studieren möchte – in einer Zeit, in der die meisten ihrer Mitschüler nur Flausen im Kopf hatten. Nach der Matura setzte sie ihren Plan in die Tat um, zog nach Norditalien – das Mekka des Instrumentenbaus. In Parma, Cremona und Padua lernte sie bei echten Ko­ry­phäen ihres Fachs.


Ihre Nische gefunden

Ende 2009 machte sich Unterkofler mit einer eigenen kleinen Werkstatt in Innsbruck selbstständig. Sie baut historische Streichinstrumente und Streichbögen – spezialisiert auf die seltene Viola da Gamba – und ist dabei auch wirtschaftlich erfolgreich. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht, bis ich von meiner Werkstatt leben kann", freut sich Unterkofler, dass sie sich dauerhaft in einer Nische etablieren konnte.

Arbeiten mit Holz

Dabei ist es vor allem auch die Arbeit mit dem Werkstoff Holz, welche für die Geigenbauerin die Faszination ausmacht: "Man muss lernen, zu fühlen, wie das Holz verarbeitet werden möchte. Feinste Nuancen in der Maserung sind oft entscheidend für den Klang." Dabei ist vor allem auch das Vertrauen zu den Rohstofflieferanten entscheidend. Denn das verwendete Holz, besser die vielen verschiedenen Hölzer, müssen von sehr hoher Qualität und jahrelang getrocknet worden sein.
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