28.04.2016, 13:59 Uhr

Girls' Day ist nicht alleinige Lösung zur Gleichstellung

28. April findet zum 15. Mal der Girl's Day statt. (Foto: AMG-Tirol)

Am 28. April ist wieder Girls' Day. Hier sollen den Mädchen auch technische Berufe näher gebracht werden. Allerdings - so Carmen Schimanek - müssen auch klassische Frauenberufe aufgewertet werden.

TIROL. Am 28. April findet wieder der jährliche Girls' Day statt. An diesem Tag bieten heimische Betriebe die Möglichkeit für Mädchen und junge Frauen, in technische Berufe hinein zu schnuppern.

Girls' Day ist ein großer Erfolg

Mit dem Girls' Day soll bei Mädchen das Interesse an technischen Berufen geweckt werden. Der Grund dafür ist, dass technische Berufe meist besser bezahlt sind als die typischen Frauenberufe. Mit dieser Maßnahme soll die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen geschlossen werden. „Es ist immer eine gute Sache, wenn man den Horizont von jungen Menschen erweitern kann. Der Tag wird von Mädchen und den Betrieben sehr gut angenommen und ist deshalb so erfolgreich.“, so die freiheitliche Frauensprecherin Carmen Schimanek.

Aufwertung von klassischen Frauenberufen

Allerdings würde hier der Girls' Day zu wenig greifen. Man müsse auch über die Aufwertung der klassischen Frauenberufe sprechen. Die Verdienstmöglichkeiten müssten besser werden, so Carmen Schimanek. „Es ist teilweise eine Schande, wie Personal in der Pflege oder Kinderbetreuung entlohnt wird, wo gerade diese Menschen einen so wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.“

Gleichstellung am Arbeitsmarkt ist auch in technischen Berufen nicht gegeben

Die Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan warnt davor, Integration der Frauen in männerspezifischen Berufen als alleiniges Heilmittel zur Gleichstellung am Arbeitsmarkt zu sehen. „Mobbing und Diskriminierung von Frauen gibt es auch in technischen Berufen. Und entgegen der landläufigen Meinung werden Frauen auch in männlich konnotierten Berufen schlechter bezahlt als Männer“, so Berivan Aslan. Der Girls' Day sei aber auch eine gute Maßnahme, einengende Geschlechterstereotype langsam aufzubrechen.

Fakten zum Girls' Day

Quelle: Land Tirol

  • 47,9 Prozent der Mädchen entscheiden sich für 3 Lehrberufe (Einzelhandelskauffrau, Frisörin, Bürokauffrau
  • 68,4 Prozent der Mädchen wählen einen der klassischen Top-Ten Lehrberufe
  • In technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen liegt die Frauenquote bei nur 30,4 Prozent
  • Am Girls' Day bieten rund 62 Unternehmen und Ausbildungsstätten den Mädchen die Teilnahme an.
  • Am Girls' Day 2015 ermöglichten 38 Schulen und Einrichtungen ihren Mädchen den Besuch teilnehmender Unternehmen.
  • Ingesamt nahmen 651 Schülerinnen am Girls' Day 2015 teil

Am Girls' Day ermöglichen zahlreiche Tiroler Unternehmen und Ausbildungsstätten Mädchen ab der siebten Schulstufe den Blick in nicht traditionelle Frauenberufe.

Der Girls' Day ist ein internationaler Aktionstag für Mädchen. Er findet in europäischen Ländern immer am letzten Donnerst im April statt.
Gegründet wurde dieser Tag im Jahr 1993 in New Orleans. In Europa wurde die Idee erstmals 2001 aufgenommen. Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen für technische, handwerkliche, naturwissenschaftliche Arbeitsbereiche aufmerksam zu machen.
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