18.03.2016, 19:29 Uhr

Vorbeugen, nicht rausreden! Darmkrebsvorsorge kann Leben retten

Die Oberärzte Christian Pauzenberger (li.) und Klaus Davogg mit Stationsleitung Brigitte Berger. (Foto: gespag)

Der März steht hierzulande für das Ende des Winters und nicht selten für eine abschließende Erkältung bevor der Frühling endlich einzieht. Aus medizinischer
Sicht begleitet diesen Monat aber ein noch viel elementareres Thema. Seit 15 Jahren
steht der März im Zeichen des Darmkrebses und der oft lebensnotwendigen
Bedeutung der Darmkrebsvorsorge.

KIRCHDORF. Der März steht hierzulande für das Ende des Winters und nicht selten für eine abschließende Erkältung bevor der Frühling endlich einzieht. Aus medizinischer Sicht begleitet diesen Monat aber ein noch viel elementareres Thema. Seit 15 Jahren steht der März im Zeichen des Darmkrebses und der oft lebensnotwendigen Bedeutung der Darmkrebsvorsorge. Auch Univ.-Doz. Prim. Dr. Christoph Ausch, Leiter der Chirurgie der Landes-Krankenhäuser Steyr und Kirchdorf, möchte den Darmkrebsmonat zum Anlass nehmen, um einmal mehr die Wichtigkeit der Darmspiegelung sowie den bewussten Umgang mit diesem wichtigen Organ hervorzuheben.

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten überhaupt. Immer noch müssen sich pro Jahr etwa 5.000 Österreicher/-innen neu mit dieser Diagnose auseinandersetzen. Trotz dieser hohen Neuerkrankungszahl hat Darmkrebs heute relativ gute Heilungschancen – Voraussetzung dafür sind frühzeitige Diagnose und Therapie. „Unter Darmkrebs versteht man einen bösartigen Tumor, der sich zumeist im Dick- oder Mastdarm entwickelt“, sagt Prim. Ausch, „ein bestehendes Karzinom muss entfernt werden. Man weiß heute aber, dass sich fast 85 Prozent dieser Erkrankungen aus zunächst gutartigen Darmpolypen entwickeln, die sich innerhalb von sieben bis zehn Jahren bösartig verändern.“ Dieser Umstand macht deutlich, wie viel Einfluss eine regelmäßig durchgeführte Darmspiegelung haben kann.
Die Warnzeichen ernst nehmen Trotz dieser mehrjährigen so genannten Adenom-Karzinom-Sequenz, also der Zeit in der sich gutartige Darmpolypen zu einem bösartigen Karzinom entwickeln, wird Darmkrebs leider häufig erst sehr spät entdeckt. Grund dafür sind oftmals unspezifische Symptome, wie Leistungsabfall, leichtes Fieber oder Nachtschweiß.

Darüber hinaus gibt es aber auch sehr wesentliche Alarmsignale, die Betroffene unbedingt medizinisch abklären sollten. Typisch sind veränderte Stuhlgewohnheiten, ein auffallender Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung sowie veränderte Farbe und Konsistenz. Auch Blut oder Schleim im Stuhl können ein Hinweis auf einen bösartigen Tumor sein. Bleibt ein Karzinom über längere Zeit unentdeckt und entwickelt eine bestimmte Größe, so sind krampfartige Bauchschmerzen oder sogar ein Darmverschluss eine mögliche Folge. Letzteres kann mitunter lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. „Wenn ein tief sitzender Tumor die Muskelspannung des analen Schließmuskels stört, kann es auch zu vermehrten Darmwinden kommen, bei der Betroffene Stuhlkonsistenz verlieren“, so der Mediziner weiter über ein weiteres Anzeichen. Im Zentrum für Schließmuskelerhaltende Rektumchirurgie, eine in diesem Gebiet führende Institution, sind die Expert/-innen genau mit diesen Symptomen und deren Behandlung vertraut.

Ausgewogen, bewusst und vorsorgend

Natürlich ist niemand vollends davor gefeit an Darmkrebs zu erkranken, jedoch lässt sich das Risiko mit sehr einfachen Maßnahmen erheblich senken. In punkto Ernährung ist Ausgewogenheit das Motto der Stunde. „Reduzieren Sie Alkohol und achten Sie darauf, genügend Wasser zu trinken“, rät Prim. Ausch, „auch verarbeitete Wurstwaren und rotes Fleisch sollte man mit Maß und Ziel konsumieren.“ Wer rauchfrei durchs Leben geht und sich zudem ausreichend bewegt, legt außerdem wertvolle Grundsteine für einen gesunden Darm und senkt nebenher sein eigenes Krebsrisiko. Ab dem 50. Lebensjahr ist es darüber hinaus mehr als ratsam, sich etwa alle sieben bis zehn Jahre einer Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) zu unterziehen. Auch regelmäßige Stuhltests, die nach Blutspuren untersucht werden, können gerade für Risikopatient/-innen ersten Aufschluss über die Darmgesundheit geben.

Fotos: gespag
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