08.03.2016, 13:27 Uhr

Tunnel Klaus: „Historischer“ Durchschlag für letzte neue Tunnelröhre an A 9 Pyhrn Autobahn

Licht am Ende der Röhre im Klauser Tunnel, Ehrengäste mit Mineuren.

Mehr Sicherheit für täglich rund 18.000 Autofahrer bringt der zweiröhrige Ausbau von vier Tunneln an der Pyhrnautobahn.

KLAUS, BEZIRK. Bei den Bauarbeiten geht es Schlag auf Schlag: Jetzt ist dank Sprengstoff auch Licht am Ende der zweiten Röhre des 2,2 Kilometer langen Tunnel Klaus. Der Stollen wurde am 3. März 2016 offiziell durch die Tunnelpatinnen Renate Entholzer und Christine Dörfel durschlagen! Beim letzten der vier neuen Tunnel ist damit der Vortrieb abgeschlossen und die Arbeiten an Fahrbahn und Tunnelinnenschale können starten. Bis 2018 investiert die ASFINAG 166 Millionen
Euro für mehr Verkehrssicherheit im südlichen Oberösterreich.

Seit Dezember 2004 ist die A 9 Pyhrnautobahn vom Voralpenkreuz bis Spielfeld an der slowenischen Grenze bereits durchgehend befahrbar. Mit Ausnahme der Tunnelkette Klaus in Oberösterreich und der langen Tunnelanlage Gleinalm in der Steiermark ist die Strecke auch voll ausgebaut. Aktuell schließt die ASFINAG diese letzten Lücken: Seit Ende 2014 laufen in Oberösterreich die Arbeiten für die zweiten Röhren von Spering- und Falkensteintunnel, im Mai 2015 hat die ASFINAG auch Klauser- und Traunfriedtunnel in Angriff genommen. Und mit einem traditionellen und „historischen“ Durchschlag für den letzten – den Klauser Tunnel – wurde wieder ein Meilenstein im Riesenprojekt gesetzt. Bald startet auch hier die bauliche und elektrotechnische Ausstattung der neuen Tunnelröhre, durch die bereits 2017 der Verkehr rollen wird.

Die Pyhrn-Autobahn ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen für Österreich. „Wir
investieren allein 166 Millionen Euro für den Ausbau hier im südlichen Oberösterreich. Damit erreichen wir zwei Ziele: Wir verbinden die Industriestandorte in Oberösterreich und der Obersteiermark. Und wir sorgen für mehr Sicherheit: Wir beenden den Gegenverkehr und bringen den Tunnel auf den neuesten Stand der Technik. Davon profitieren täglich mehr als 18.000 Autofahrer“, betont Infrastrukturminister Gerald Klug.

„Gut zehn Jahre nach der kompletten Fertigstellung der Pyhrnautobahn läuft bei Klaus der Vollausbau der letzten noch einröhrigen Tunnelanlagen auf Hochtouren. Als Infrastrukturbetreiber wollen wir unseren Kunden ein optimal ausgebautes Netz bieten. Der Ausbau der A 9 in Oberösterreich ist dabei ein Meilenstein für die Verkehrssicherheit“, freut sich ASFINAG-Vorstand Alois Schedl, „und durch die Mauteinnahmen und die langfristige Planung des Unternehmens sind die Finanzierung des Ausbaus des Autobahnnetzes durch Eigenmittel gesichert. Die ASFINAG erhält keinen Cent aus Steuermitteln“.

Das Projekt ist auch technisch und logistisch in der Bauabwicklung ein ganz besonderes, sagt ASFINAG-Geschäftsführer Gernot Brandtner. „Es gibt in Österreich kein zweites Autobahnprojekt, das nahezu ausschließlich aus Brücken und Tunnel so wie hier besteht. Das ist eine große und auch tolle Herausforderung für alle Beteiligten. Die neuen Tunnel – und im Anschluss natürlich auch die bestehenden Röhren – erhalten von uns auch die modernste Ausstattung in Sachen Sicherheit und Überwachung“.

700 Meter Brücken und 6,3 Kilometer Tunnel

Beim insgesamt 7,6 Kilometer langen Vollausbau waren Brücken und sind neue Tunnel zu errichten. Der Start erfolgte 2013 mit den Brücken, die auch die Voraussetzung für die Tunnelarbeiten waren. Errichtet wurden eine Rampenbrücke im Bereich der Anschlussstelle Klaus, weiters die Talübergänge Steyr (270 Meter), Pertlgraben (190 Meter), Wallergraben (50 Meter), Rettenbach (90 Meter als architektonisch anspruchsvolle Bogenbrücke ausgeführt), und Teichl (90 Meter).
Alle Brücken waren jetzt bereits auch die erforderlichen Zufahrtsstrecken für den Bau der zweiten Röhren bei den Tunnel Klaus (2,2 Kilometer), Spering (2,9 Kilometer), Traunfried (450 Meter) und Falkenstein (750 Meter), wobei die letzteren beiden völlig neu ausgebrochen werden. Die beiden längeren Tunnel Spering und Klaus verfügen bereits über jeweils durchgehende Fluchtstollen, die entsprechend aufgeweitet wurden. Die Freilandbereiche beschränken sich auf wenige hundert Meter zwischen Brücken und Tunneln sowie insbesondere auf die Anschlussstellen Klaus und St. Pankraz, die derzeit im Halbausbau bestehen.

Modernste Sicherheitsausrüstung mit "Akut"

Die neuen Tunnel – und im Anschluss auch die bestehenden Röhren – erhalten von der ASFINAG die modernste Ausstattung in Sachen Sicherheit. Beleuchtung, Lüftung, Funk, Notruf, Brandmeldeanlage, Video mit Bilddetektion, Wechselverkehrszeichen und Bordsteinreflektoren in LED-Technik gehören zum ASFINAG-Standard. Innovatives Highlight: Das sogenannte akustische Tunnelmonitoring AKUT. Intelligente Mikrofone erkennen blitzschnell untypische Geräusche – wie etwa von splitterndem Glas oder quietschenden Reifen. Die ASFINAG-Mitarbeiter in der nächsten Überwachungszentrale (in diesem Fall Ardning in der Steiermark) sind sofort alarmiert, können den Tunnel sperren und im Falle eines Unfalles Einsatzkräfte rufen.

Pyhrnautobahn bis 2019 voll ausgebaut

Mit Ende 2017 wird der Verkehr im Bereich der Tunnelkette Klaus auf die ganz neuen acht Kilometer Richtungsfahrbahn Linz umgelegt und im Anschluss die alten Tunnel saniert und technisch aufgerüstet. Gesamtverkehrsfreigabe ist dann Ende 2018.
Weiteres A 9 Tunnelprojekte: Der etwas mehr als acht Kilometer lange Gleinalmtunnel erhält ebenfalls eine zweite Tunnelröhre, bis 2019 wird auch dieser Tunnel nach der anschließenden Generalsanierung der alten Tunnelröhre im Richtungsverkehr befahrbar sein. Der Bosrucktunnel zwischen Oberösterreich und der Steiermark wurde im Oktober 2015 zweiröhrig für den Verkehr freigegeben.

Fotos: ASFINAG
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