15.06.2016, 12:13 Uhr

HAS Krems: Wertschätzung, Motivation und Verantwortung praxisnahe

Das Projekt der HAS Krems bringt eine Generation motivierter und praxiserfahrener Schüler hervor.
Krems an der Donau: BHAK/BHAS |

'Mit Praxis zum Erfolg' ist ein innovatives Projekt, mit dem die Kremser Handelsschule zeitgemäße Ausbildungswege einschlägt.

Unter dem Motto 'weniger Theorie – mehr Praxis' unterstützen zwei Lehrerinnen, Susanne Herndler und Karin Nothnagl, Schüler der zweiten Klasse auf dem Weg zum beruflichen Erfolg. Beim Unternehmerfrühstück in der Aula der BHAK/BHAS Krems wurden Vertretern aus Wirtschaft, Unternehmen und Schulen, darunter Herbert Aumüller (WKO Krems), Matthias Slatner (Wirtschaftsservice Krems), Konditor Thomas Hagmann und NMS Furth-Direktorin Waltraud Aumüller erste Eindrücke und Erfahrungen präsentiert. Schuldirektor Gernot Hainzl gibt die Richtung vor: "Unsere Ziele lauten Wertschätzung, Motivation und Verantwortung. Wir sind ständig in Bewegung um unser Angebot zu verändern, anzupassen - so der Plan. Unsere Schüler werden - das ist ja unsere ureigenste Aufgabe - für die Wirtschaft ausgebildet. Unser vier-Punkte-Programm - mutlimediale Ausbildung, Schule & Praxis, Lernbegleitung, Erfolg im Beruf - ergibt für beide Seiten - Schüler und Wirtschaft - eine Win-win-Situation.

Tatsächlich ist es eine Premiere - in 28 Unternehmen werden 22 Schüler in 16 Einheiten praxisnahe in Verkauf, Büro und teilweise manuelle Tätigkeiten eingeführt. Die meisten Praxisplätze wurden autonom gesucht und mit den Unternehmen Volontariatsverträge abgeschlossen. Das Projekt ist in vier übersichtliche Abschnitte geteilt: Info-Phase, Unterrichtsphase, Praktikumsbeginn- und Ende des Praktikums. Die Reaktionen der Schüler reichen von "einen Lieferschein gibt es ja wirklich" bis zu "super, ich habe den gesamten Warendurchlauf von der Bestellung bis zum Verkauf erlebt". Da es sich nicht um eine einmalige Angelegenheit gehandelt hat, steht eines jetzt schon fest: 'Mit Praxis zum Erfolg' wird - im wahrsten Sinne des Wortes - Schule machen.

Weitere Stimmen

Laurens Hochmiller, Schüler: "Ich durfte Kunden betreuen, im Geschäft mitarbeiten, an Besprechungen teilnehmen und dabei mithelfen, Entscheidungen zu treffen. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben!"

Thomas Hagmann, Unternehmer: Das, was Schulen lehren, ist neu zu bewerten, da es komplett neue Qualifikationsrahmen gibt, um Ausbildungen zu evaluieren. Vor allem international gesehen sind Gegenüber- oder Gleichstellungen schwierig geworden. Die neue Notwendigkeit lautet 'lebenslanges Lernen', ich selbst mache beispielsweise alle paar Jahre eine neue Berufsprüfung. Die Dualität Lernen und Arbeiten muss - und das ist die Herausforderung - so organisiert sein, dass es nicht zur Einbahnstraße wird.

Tanja Hofbauer, 16, Schülerin: "Ich war bei der Kremser Bank in Krems, wo alle wahnsinnig nett waren und mich toll aufgenommen haben. Ich habe mir das Arbeiten in einer Bank viel strenger vorgestellt, war wirklich positiv überrascht. Ich glaube schon, dass Bankfilialen Zukunft haben, persönliche Betreuung sollte immer ein Thema bleiben. Ich selbst zahle ich zwar noch mit Bargeld, werde aber künftig vieles mit der Karte machen. Da die Filiale der Kremser Bank mir schon signalisiert hat, mich nach der Schule übernehmen zu wollen, ist die Matura vorerst kein Thema, denn das Praktikum stellt einen tollen Startvorteil dar und ich bin glücklich, in der Region bleiben zu können.

Karin Nothnagl, projektbegleitende Lehrerin: "Einige der Praktikanten haben bereits Job-Zusagen bekommen. Ich denke, dass viele HAS-Abgänger die Matura berufsbegleitend nachholen werden. Die Entscheidung, ob vorher Matura oder Job ist von Schüler zu Schüler individuell. Es gibt ehemalige Schüler, die uns nach ein paar Jahren besuchen und erzählen, dass sie studiert haben. Der große Vorteil beim schulnahen Praktikum liegt darin, dass die Schüler entdecken können, was Sie künftig gerne oder gar nicht beruflich machen wollen. Eine Entscheidung, die unsere Generation oft erst nach dem Schulabgang oder während der ersten beruflichen Tätigkeit getroffen hat. In erster Linie möchten die jungen Leute hier in der Region, auf die sie stolz sind, bleiben. Mir persönlich ist die Arbeit als Lehrerin ein großes Anliegen - ich unterrichte seit 16 Jahren und habe noch keine Verbrauchserscheinungen."

Infos

Am Projekt beteiligte Unternehmen
Kremser Bank, Uni-Klinikum Krems, Kaufstraße, Orsay, Pagro Diskont, Foto Straub, Kleider Bauer, Vedes, Smartphone+, Prokopp Drogerie, Stadt Krems, Metadynea, Merkurmarkt, United Optics, Barbossa, Kastner, Textilhaus Krumbholz, Promas, Bank Austria.

BHAK/BHAS Krems - Website
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