18.05.2016, 11:51 Uhr

Katholische Frauen distanzieren sich scharf von Aussagen Schimaneks (FPÖ)

Auf der Homepage der FPÖ und via OTS-Aussendung bedankt sich Carmen Schimanek beim kfb für eine scheinbare "Wahlempfehlung". (Foto: Screenshot von www.fpoe.at)

Katholische Frauenbewegung "hat eindeutig keine Wahlempfehlung für Norbert Hofer abgegeben", wehrt sich "vehement gegen die Missdeutung" von FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek als "absolut inakzeptabel" – Hofer "nicht wählbar", kfb "empfiehlt die Wahl von Alexander van der Bellen".

BEZIRK (nos). In einer OTS-Aussendung und über die Website der FPÖ bedankt sich die FP-Nationalratsabgeordnete und Wörgler Gemeinderätin Carmen Schimanek für "die Empfehlung der Katholischen Frauenbewegung zur Wahl zu gehen und indirekt auch dazu Norbert Hofer zu wählen".
In der Aussendung enthalten ist ebenso ein nicht näher zugeordnetes Zitat, das den Anschein erweckt, von der kfb zu stammen:
„Als praktizierender Christ ist Norbert Hofer für die KFB natürlich die viel logischere Wahl als sein agnostischer Mitbewerber. Dennoch freut es mich, dass sie das auch öffentlich kundtun.“


Die kfb reagierte auf Facebook prompt und stellte klar:
"Die Katholische Frauenbewegung Österreichs hat eindeutig keine Wahlempfehlung für Norbert Hofer abgegeben und spricht sich vehement gegen die Missdeutung unserer Presseaussendung im obigen Artikel aus."


Auf Nachfrage der BEZIRKSBLÄTTER meint Schimanek, die während des "Meinungsaustauschs" auf Facebook – sie erntete starke Kritik – einer Sitzung des Nationalrats beiwohnte: "Ich verstehe nicht, warum die kfb wegen meiner Aussendung nun Norbert Hofer ans Kreuz nagelt." Als "Christin und Katholikin" wolle sie sich nun die Frage stellen "ob ich in der katholischen Kirche schon noch richtig bin" und "wie christlich diese Frauen" seien, die einen Kandidaten (Van der Bellen, Anm.) bevorzugen, "der Abtreibung auf Krankenschein will". "Diese Frauen haben nun eine Plattform gefunden, aber das wird nächste Woche wieder vergessen sein." Schimanek werde aber "nicht vergessen", dass man ihr "unterstellt zu lügen", spricht von "Scheinheiligkeit" der kfb: "Dann hätten sie doch gleich sagen können, dass sie van der Bellen bevorzugen!"
Die Wörgler FP-Stadtparteiobfrau kündigte jedenfalls an, sich "bei Norbert Hofer zu entschuldigen, da dies nicht ihre Absicht war" und werde mit seinem Pressesprecher weitere Schritte abklären. Eine weitere Aussendung werde folgen, so Schimanek telefonisch. Ihre Facebookseite betreue "teilweise" sie selbst.

Die Aussendung der katholischen Frauenbewegung (kfb) im Originalton:

[Wien, 12.5.2016, PA] Die Katholische Frauenbewegung Österreichs ruft dazu auf, sich an der Stichwahl im Rahmen der Bundespräsidentenwahl 2016 am 22. Mai zu beteiligen. „Die Sorge um das Gemeinwohl obliegt allen Gliedern der Gesellschaft“, so die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Veronika Pernsteiner, die sich damit in einem Prinzip der Katholischen Soziallehre verankert: „Jede und jeder einzelne entscheidet mit ihrer bzw. seiner Stimme mit, wie unsere Gesellschaft gestaltet werden soll und wie die Antworten auf die großen Fragen der Zeit aussehen.“ Wählen zu gehen sei nicht nur ein Recht in demokratiepolitischer Hinsicht, sondern auch eine moralische Pflicht.

Jede und jeder einzelne sei bei ihrer Wahl in letzter Instanz dem eigenen Gewissen verpflichtet, so Pernsteiner. Orientierung gebe die christliche Sozialethik, insbesondere die katholische Soziallehre, aus der sich auch die Pflicht zur gemeinsamen Gestaltung der Gesellschaft ableite. „Der Wettbewerb politisch unterschiedlich ausgerichteter Personen bzw. Parteien ist für das Streben nach Gemeinwohl wichtig, allerdings muss dieser Wettbewerb getragen sein von fairer Kommunikation und aufrichtiger Argumentation.“ Populismus oder gar Hetze, das Schüren von Ängsten und das Spiel mit diesen Ängsten seien abzulehnen.
„Unsere gewählten VertreterInnen sollten Menschen sein, die auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft zielen“, so die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, es gelte, sich Mühe anzutun und zu differenzieren, nicht zu spalten.

Schimaneks Aussendung zur kfb im Originalton:

Wien (OTS)- "Wie wichtig und richtungsweisend die kommende Präsidentenstichwahl sein wird, erkennt man daran, dass derzeit aus allen Ecken und Enden der Zivilgesellschaft Wahlempfehlungen für den einen oder anderen Kandidaten abgegeben werden. Sehr erfreut und ein wenig überrascht zeigt sich die freiheitliche Frauensprecherin NAbg. Carmen Schimanek über die Empfehlung der Katholischen Frauenbewegung zur Wahl zu gehen und indirekt auch dazu Norbert Hofer zu wählen:

„Als praktizierender Christ ist Norbert Hofer für die KFB natürlich die viel logischere Wahl als sein agnostischer Mitbewerber. Dennoch freut es mich, dass sie das auch öffentlich kundtun.“

Viel Verständnis zeigt Schimanek auch für die Kritik der KFB am Stil, der sich durch den Stichwahlkampf zieht: „Wie von der Gegenseite versucht wird, Angst vor einem Bundespräsidenten Norbert Hofer zu schüren, oder ihn in ein bestimmtes Eck zu drängen, ist wirklich jenseits des guten Stils und ist schlecht für das politische Klima in Österreich. Da kommen die mahnenden Worte der KFB genau richtig."

kfb reagiert prompt (Originalton)

Katholische Frauenbewegung Österreichs weist falsche Behauptung von FPÖ-Frauensprecherin Schimanek zurück

Manipulativer Kommunikationsstil darf nicht gesellschaftsfähig werden

[Wien, 18.5.2016, PA] Die Katholische Frauenbewegung Österreichs verwahrt sich gegen die von der freiheitlichen Frauensprecherin Carmen Schimanek fälschlich erhobene Behauptung, eine „Wahlempfehlung für Norbert Hofer“ abgegeben zu haben. Schimanek hat diese Behauptung in einer Presseaussendung des freiheitlichen Parlamentsklubs vom 17. Mai aufgestellt und auch nicht widerrufen, nachdem sie von der Katholischen Frauenbewegung Österreichs auf diese Unrichtigkeit dieser Behauptung hingewiesen worden war.

„Die Katholische Frauenbewegung Österreichs hat in einer Presseaussendung vom 12. Mai dazu aufgerufen, zur Wahl zu gehen, sich aber dezidiert nicht für einen der Kandidaten ausgesprochen“, so Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs: „Die bewusste und wiederholte Missdeutung, ja Verdrehung eines Sachverhalts, die die Nationalratsabgeordnete Carmen Schimanek vorgenommen hat, ist absolut inakzeptabel. Sie exemplifiziert einen Kommunikationsstil, der sich im vorliegenden Fall schwerer Manipulation bedient.“ So ein Verhalten dürfe nicht unbeantwortet bleiben und damit gesellschaftsfähig gemacht werden.

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs habe infolge dieses Vorfalls ihre Positionierung im Vorfeld der Stichwahl am 22. Mai überdacht: „Ein Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, der einen Kommunikationsstil dieser Art goutiert und sich im laufenden Wahlkampf von einem derart agierenden Parlamentsklub unterstützen lässt, ist nicht wählbar“, so Veronika Pernsteiner:
„Die Katholische Frauenbewegung Österreichs ruft daher dazu auf, Norbert Hofer nicht zu wählen. Sie empfiehlt die Wahl von Alexander van der Bellen.“


Zum Hinweis Schimaneks, Norbert Hofer sei „als praktizierender Christ für die KFB natürlich die viel logischere Wahl als sein agnostischer Mitbewerber“, erklärt Veronika Pernsteiner: „Wir erwarten von einem Bundespräsidenten kein Glaubensbekenntnis. Was wir von einem Bundespräsidenten und PolitikerInnen im Allgemeinen erwarten, sind Grundhaltungen, die mit einer christlichen Ethik vereinbar sind, mithin die Bereitschaft zum aufrichtigen, wertschätzenden Dialog.“
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Mag. Monika Himsl aus Innsbruck | 19.05.2016 | 18:39   Melden
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