16.03.2016, 11:06 Uhr

509.000 Euro blieben durch Dukaten in Kufstein

Der Vorstand der Kufsteiner Kaufmannschaft unter Obfrau Petra Buchberger (2.v.r.) wurde einstimmig wiedergewählt.

Kufsteins Kaufmannschaft bilanzierte das Jahr 2015 durchaus positiv: Die Kooperation mit dem Stadtmarketing steigerte Mehrwert & Qualität, die Dukaten hielten über 10 Prozent mehr Kaufkraft in der Stadt.

KUFSTEIN (nos). Obfrau Petra Buchberger begrüßte am Montag, dem 14. März, die Mitglieder der Kufsteiner Kaufmannschaft zur jährlichen Generalversammlung und konnte von einem ereignisreichen Umbruchjahr 2015 berichten.
"Ohne euch würden wir nicht so gut da stehen", freute sich Buchberger auch darüber, dass aus allen Geschäftsvierteln (Arkadenplatz, Galerien, Inntalcenter, Unterer Stadtplatz, Kaiserbergstraße, etc.) Vertreter zur Versammlung anwesend waren. Die obligaten Neuwahlen entfielen einstimmig auf den Vorschlag des bestehenden Vorstands.

"2015 hat sich einiges in Kufstein getan. Wir haben uns ein Stadtmarketing gewünscht und jetzt haben wir es da!"

Damit verwies die Obfrau auf die neue Rollenverteilung und das erste Jahr in der Kooperation mit dem Stadtmarketing, das die operativen Angelegenheiten übernahm.

Ein weiterer Meilenstein für die Kaufleute der Festungsstadt ist die verbesserte Kommunikation. Seit 2015 gibt es nun tatsächlich einen Email-Newsletter, der zeitgerecht über Neuerungen und Maßnahmen informieren soll – ein Wunsch der Mitglieder. Diese sollten "ihn halt bitteschön auch lesen, sich melden und Feedback geben", meinte dazu Thomas Ebner (Stadtmarketing). Mit regelmäßigen "City-Frühstück"-Treffen will man für den unkomplizierten Indeenaustausch einen Händler-Stammtisch etablieren.

"Wir sind die Dienstleister"

Ebner präsentierte der Kaufmannschaft, welche Vorteile und Synergien aus der Kooperation mit dem Stadtmarketing gezogen werden konnten und weiter entstehen sollen: "Der erste große Wurf ist die Eventkooperation." So konnten Veranstaltungen wie die Oster-, Genuss- und Weihnachtsmärkte, Nightshopping und vieles mehr effizienter und qualitativ hochwertiger umgesetzt und im Vorfeld beworben werden. "Damit spart man sich dann auch ein wenig Geld", so Ebner. Viele Events seien "optisch um Klassen besser" gewesen als in den Vorjahren.

Gemeinsame Werbung für "die Perle(n)"

Durch die Interessengemeinschaft von Stadtmarketing, Tourismusverband (TVB) und Kaufmannschaft sei es auch gelungen, die Aktivitäten in Kufstein gezielten und gebündelter sowohl regional wie überregional zu bewerben. Schon im Vorjahr "testete" das Stadtmarketing etwas Werbesujets an Bussen in der Region und im bayerischen Rosenheim, dort liefen auch Kufsteiner Kino-Spots.
2016 sollen diese Maßnahmen ausgeweitet werden, wie Ebner in einem kurzen Ausblick ergänzte, auch direkt für die Mitgliedsbetriebe der Kaufmannschaft:

"Da könnt ihr euch einkaufen und eure Botschaft vermitteln."

Damit haben die Unternehmen die Möglichkeit sich und ihre Betriebe in die Werbesujets des Stadtmarketings einzubringen, besonders in der neuen "Perlen"-Kampagne. Zudem wird in Zukunft die Fachhochschule Kufstein Tirol ihren neu ankommenden Studenten eine Info-Mappe zur Festungsstadt überreichen, in der sich Stadtmarketing und TVB etwas Platz zur Präsentation gesichert haben. Auch hier können die Kaufleute zum Zug kommen.

Standort Kufstein: Masterplan für Immobilien

Mit "Magnetbetrieben" will man von seiten des Stadtmarketings gezielt Quartiere und Straßenzüge beleben, erklärte Ebner.

"Der Immobilien-Masterplan wird in den nächsten Wochen finalisiert und dann vorgestellt."

Im April sie die Präsentation geplant. Seit 2012 wird in Kufstein die Fußgänger-Frequenz stündlich erhoben und ausgewertet, die Zählungen hätten durchaus gute Ergebnisse geliefert, wie Ebner erklärte: "Wir haben jede Woche 45.000 Leute, die durch die Kaiserbergstraße gehen, vergleichbare Städte unserer Größe liegen da bei 30.000 bis 35.000. Und wir haben keinen Mittagsknick in Kufstein, aber freilich muss jeder Händler selbst wissen, ob er über Mittag potenzielle Kunden aussperren will."
Um das "neue und hochwertige Publikum" in die Geschäfte zu bekommen, können die Kaufmannschaft-Mitglieder kostenlose "Micro-Sites" auf der gemeinsamen Stadt-Homepage bekommen. Viele Betriebe sind nicht oder nur schwer online auffindbar, besonders Lage, Öffnungszeiten und Sortiment sollten besser kommuniziert werden.

"Wir wollen unsere qualitative Positionierung noch weiter stärken und weg von irgendwelchen Schleudereien!"

Kufsteins Handel sei vorteilhaft gegliedert, statt großflächiger Ketten stehe der Dienstleistungs- und Servicecharakter im Vordergrund, was die Kunden ebenso schätzen wie das freundliche und familiäre Umfeld. Diese "Perlen" gehören weiter verstärkt und hervorgehoben.
Um sich hier zu verbessern, bietet das Stadtmarketing den Händlern sowohl die Möglichkeit ihre Betriebe im Rahmen von "Mystery-Shopping"-Tests überprüfen zu lassen, als auch die Unternehmer und deren Mitarbeiter von Verkaufsspezialist Klaus Leitinger trainieren zu lassen.

Leitinger: "Das Zauberwort ist Kauferlebnis"

Er soll die sozialen und methodischen Kompetenzen der Kufsteiner Verkäufer stärken, um den "Kaufprozess besser zu steuern". Die "sportliche Situation am Markt" könnte mit dem Training des Beraters zu Gunsten der Innenstadt-Händler entschieden werden. Mit der Serviceorientierung der Kufsteiner Betriebe sei es einfacher gegen den Onlinemarkt zu konkurrieren als es die großflächigen Ketten könnten. Ebner und Leitinger bieten den Kaufmannschaft-Betrieben morgendliche oder abendliche Module an, um Mitarbeiter wie auch Chefs fitter für den Abschluss zu machen.

Die Kufsteiner Kaufmannschaft zählt insgesamt rund 130 Mitgliedsbetriebe mit 150 Standorten, zur Jahreshauptversammlung des Vereins kamen gezählte 24 – hier ist Aufholbedarf gegeben, denn dieses Verhältnis kann für alle Beteiligten nicht förderlich sein.
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