11.10.2016, 11:36 Uhr

Herbstzeit ist Wildunfall Zeit

Im Herbst steigt die Zahl der Wildunfälle - der ÖAMTC erklärt die richtige Verhaltensweise bei Wild auf der Fahrbahn (Foto: Meinhard Siegmundt / pixelio.de)

ÖAMTC warnt vor Wildunfällen - Im Vorjahr passierten 26 Wildunfälle in Kärnten

Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen. Zusammenstöße mit Rehen passieren am häufigsten, was auch für Kraftfahrer Risiken bringt. "Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 kg schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht zwei Tonnen", so der Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik Roland Frisch. Die größte Gefahr droht Autofahrern durch riskante Ausweichmanöver. "Wenn man z. B. mit dem Auto im Gegenverkehr landet oder einen Baum am Straßenrand touchiert, sind die Folgen dramatischer als bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier" so Frisch. Die Verletzungsgefahr bei einem Crash mit einem Wildtier ist relativ gering, wenn der Fahrer richtig reagiert.

In Niederösterreich gibt es die meisten Wildunfälle

Auf Österreichs Straßen ereigneten sich im letzten Jahr 274 Wildunfälle, bei denen auch Personen zu Schaden gekommen sind. 303 Menschen wurden verletzt und eine Person getötet. Die meisten Wildunfälle passierten in Niederösterreich (102) vor Oberösterreich (65), Steiermark (40), Kärnten (26), Tirol (17), dem Burgenland (12) und Salzburg (11). Hier nicht einberechnet sind Unfälle, die nur zu Sachschäden geführt haben. Auch für viele Tiere gingen die Unfälle dramatisch aus. Laut Statistik Austria verendeten in der Jagdsaison 2015/16 unter anderem 37.900 Rehe, 23.200 Hasen und 7.200 Fasane im Straßenverkehr.

Wildunfälle vermeiden

Im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern sollte man besonders aufmerksam fahren und den Abstand zum Vorderfahrzeug möglichst groß halten. Wildunfälle passieren am häufigsten in der Dämmerung. Nicht nur die Sicht nach vorne ist entscheidend, sondern auch die seitliche Sicht neben dem Fahrzeug. "Ist ein Wildtier in Sicht, muss man die Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen. Hat das Tier die Fahrbahn überquert oder läuft es davon, heißt es weiter vorsichtig sein, da Wildtiere meist in Gruppen unterwegs sind", so Frisch.

Wer unerwartet bremst, riskiert Mitverschulden

Ein Fahrzeuglenker darf laut Straßenverkehrsordnung nicht plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremsen. "Wer also wegen eines Tieres bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden", so ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried. "Die Judikatur hat sich allerdings dahingehend entwickelt, dass bei einem Zusammenstoß mit einem großen und schweren Tier wie einem Wildschwein, Reh oder Hirsch die Gefahr einer Verletzung des Lenkers als so groß gilt, dass nach einem Unfall aufgrund einer Vollbremsung dem Vordermann kein Mitverschulden angelastet wird."

Verhalten bei einem Wildunfall

Nach einem Unfall mit einem Wildtier ist Folgendes zu tun: wenn möglich, sofort an sicherer Stelle halten, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern, verletzte Personen versorgen und so schnell wie möglich Polizei verständigen, auch wenn das Tier weiterläuft. Verletzte Tiere nicht berühren oder mitnehmen. Wer ein verletztes oder getötetes Wild mitnimmt, macht sich wegen Diebstahls strafbar.

Wildschadenhilfe

Den Schaden am eigenen Auto bekommt man nur von der Kaskoversicherung ersetzt. Mit einer Haftpflichtversicherung, muss man für den Schaden selbst aufkommen. Eine Ausnahme ist, wenn jemand dafür verantwortlich gemacht werden kann. Das wäre bei schadhaften Wildzäunen entlang mautpflichtiger Autobahnen denkbar.
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