15.03.2016, 13:33 Uhr

Frühling bringt wieder Würze in die Landluft

Im Bild von links: Landwirtschaftskammerpräsident Franz Reisecker und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. (Foto: Land OÖ/Affenzeller)

In Oberösterreich werden jährlich acht Millionen Kubikmeter Rinder- und Schweinegülle produziert. Müsste man um diese Menge Kunstdünger kaufen, würde das 50 bis 55 Millionen Euro kosten. 30 Prozent aller österreichischen Rinder und 40 Prozent aller österreichischen Schweine stehen in Oberösterreich und liefern somit ausgezeichneten Dünger für die Felder vor Ort.

Bald ist er wieder in der Luft: Der Geruch von Jauche. Denn wenn sich die Anrainer über den Gestank und die Autofahrer über die Traktoren auf der Straße beschweren, ist der Frühling da. Dabei ist der Wirtschaftsdünger, oder Jauche, ein Bestandteil der ökologischen Kreislaufwirtschaft. "Nicht zu Düngen ist Raubbau an der Natur und nicht ökologisch", erklärt Landesrat Max Hiegelsberger. "Mit Jauche zu düngen ist eine indirekte Klimaschutzmaßnahme, denn so kann man Mineraldünger sparen." Vor allem die Phosphorverkommen seien weltweit im Rückgang.

Bodennahe Düngung wird gefördert

"Die pflanzengerechte, umweltschonende und wirtschaftliche Düngung ist für Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern von großem Stellenwert. Das ist ohne die charakteristische Würze in der Luft bei der Gülleausbringung aber kaum möglich", sagt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Um die Geruchsbelästigung zu minimieren, wird schon seit Jahren die bodennahe Ausbringung des Wirtschaftsdüngers gefördert. Oberösterreich ist hier mit mehr als 50 Prozent der Anstragssteller führend.

Genaue Vorschriften regeln Gülle-Ausfuhr

Auch mit der Wasserwirtschaft gibt es immer wieder Konfliktfelder. Dafür hat die Landwirtschaftskammer regionale Arbeitskreise eingerichtet. Dort werden Themen wie boden- und gewässerschonende Düngung und Pflanzenschutz diskutiert. Außerdem gibt es strenge Vorschriften, was den Zeitpunkt der Gülle-Ausbringung betrifft. "Wir wollen, dass die Pflanze dann den Dünger bekommt, wenn sie ihn braucht und er nicht ins Grundwasser geht", sagt Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Bauern, die sich nicht an die Vorschriften halten, drohen übrigens finanzielle Strafen.
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