17.03.2016, 16:46 Uhr

Die Mär von den teuren Gräbern

Die jährlichen Kosten für Gräber richten sich nach Art und Lage. Vor drei Jahren wurden die Entgelte an die Inflation angepasst, eine Erhöhung steht nicht zur Debatte. (Foto: Petra Bukowsky)

In letzter Zeit häufen sich Beschwerden über angeblich erhöhte Grabbenützungsrechte. Die bz hat bei den Wiener Friedhöfen nachgefragt und sich einen Überblick über die aktuellen Kosten verschafft.

WIEN. Explosionsartiger Kostenanstieg der Ruhestätten, aufgrund der Grabgebühren gekündigte Gräber, leer stehende Grüfte - angeblich ist in Wien auch die Zeit nach dem Leben teuer. "Es gibt in Wien 550.000 Gräber, davon wird pro Jahr ein Prozent zurückgegeben - und dieser Prozentsatz ist seit Jahrzehnten unverändert", räumt der Sprecher der Friedhöfe Wien GmbH, Florian Keusch, mit den Gerüchten auf. Auch eine Kostenerhöhung der jährlichen Grabentgelte hat zuletzt im Jahr 2013 stattgefunden.

"Das war aber auch keine Erhöhung, sondern eine Anpassung an die Inflationsrate. Es gab vor zwanzig Jahren eine Tarifanpassung, da man in den 1950er und 1960er Jahren für einen zugewiesenen Friedhof nur die Hälfte der Grabstellenentgelte eines Wunschfriedhofes zahlen musste. Diese Gebühren wurden damals angeglichen."

Art und Lage des Grabes ausschlaggebend

Die jeweiligen Jahrespreise setzen sich aus Art und Lage des Grabes zusammen und sind in allen Wiener Friedhöfen gleich. Am Günstigsten fällt die jährliche, finanzielle Belastung für Erdsarggräber aus (hier belaufen sich die Kosten auf 26 bis 79 Euro), für besondere Urnengräber in einem Waldabschnitt hingegen müssen die Hinterbliebenen mit bis zu 105 Euro pro Jahr rechnen.

Ist die Art der letzten Ruhestätte gewählt, muss die Lage berücksichtigt werden. Hier gilt die Faustregel: Je näher beim Tor, desto teurer. Eine detaillierte Preisliste mit allen Nebenkosten wie das einmalige Bereitstellungsentgelt des Grabes und die Benutzung diverser Friedhofseinrichtungen wie Leichenkammer und Aufbahrungshalle finden Sie hier.

Grinzing gut belegt

Alle zehn Jahre erhalten die Hinterbliebenen ein Schreiben der Friedhöfe Wien mit der Frage nach Verlängerung. Trotz der geringen Rückgabe von bestehenden Gräbern muss sich kein Wiener Sorgen um seine letzte Ruhestätte machen. "Es ist auf jedem Friedhof ein Platz verfügbar, allerdings kann die gewünschte Lage kurzfristig oft nicht gewährt werden", so Keusch. "Einzig in Grinzing ist der Platz recht knapp."

Für Fragen und Informationen stehen die Mitarbeiter im Kundesnservice der Friedhöfe Wien GmbH unter der Telefonnummer 01/534 69 - 0 oder per E-Mail kundenservice@friedhoefewien.at zur Verfügung.
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