23.06.2016, 09:10 Uhr

"Clemens 2.0" in der NMS Clemens Holzmeister

Im Turnsaal der NMS Clemens Holzmeister in Landeck fand die Abschlussveranstaltung "Clemens 2.0" statt.

Die SchülerInnen und LehrerInnen wünschen sich eine Neugestaltung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes.

LANDECK (otko). In der NMS Clemens Holzmeister in Landeck fand vergangenen Donnerstag mit der Aktion "Clemens 2.0" der Abschluss einer Veranstaltungsreihe der vergangenen Jahre statt. Direktor Helmut Pauli konnte unter anderem Bgm. Wolfgang Jörg, Vizebgm. Peter Vöhl, Obmann des Schulausschusses, sowie die GemeinderätInnen Doris Sailer und Marco Lettenbichler begrüßen.
Die Neue Mittelschule Landeck ist ohne Zweifel eines der bemerkenswertesten Gebäude der Stadt. Außer Zweifel steht allerdings auch, dass das Haus, das nach den Plänen des berühmten Architekten Prof. Clemens Holzmeister erbaut und 1928 als „Neue Haupt- und Bürgerschule Landeck“ feierlich eröffnet wurde, umfassender Sanierungs- und Adaptierungsmaßnahmen bedarf, um den Anforderungen einer Schule des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.
Ziel der Veranstaltungsreihe ist es Ideen zur Sanierung und Adaptierung der Schule zu sammeln. Bereits 2013 wurde die Aktion "Luft sehen lernen“ durchgeführt. 2014 folgte „Raumschiff NMS“ und 2015 „Wir fliegen aus dem Rahmen“.
Im Turnsaal wurde mittels ein Gesprächskreis mit Dr. Christoph Hölz (Archiv für Baukunst Innsbruck ) und Dr. Reinhold Rampold (Bundesdenkmalamt Tirol) über die Zukunft der Schule diskutiert. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Schulchor unter der Leitung von Angelika Juen.

Qualität wahren

Experte Hölz gab einen interessanten Einblick in das Leben und Schaffen von Clemens Holzmeister. Insgesamt 700 Bauprojekte wurden von dem Tiroler Architekten abgewickelt, daneben hatte er noch drei Professuren gleichzeitig inne. Neben zahlreichen berühmten Bauten (unter anderem in Ankara) hat Holzmeister auch Schulen in Landeck, Imst und Jenbach geschaffen.
Reinhold Rampold ging in seinem Vortrag auf den Denkmalschutz ein: "Das wichtigste ist das Treppenhaus und auch die Gänge. Zudem gilt es auch auf viele Details wie Lampen und Türgriffe zu achten, die die Qualität des Denkmals ausmachen. Um diese Schule ins 21. Jahrhundert zu befördern, braucht es eine sorgfältige und sensible Planung." Trotz Umbauten dürfe aber der Charakter des Denkmals nicht zerstört werden.

Handlungsbedarf

Direktor Pauli erinnerte, dass die letzte Sanierung und Adaptierung vor 30 Jahren stattgefunden hat. "Wir können stolz sein auf solch ein Bauwerk und der Großteil der Atmosphäre des Hauses haben wir der Architektur von Clemens Holzmeister zu verdanken", betonte Pauli. Trotzdem braucht es für die Schule des 21. Jahrhunderts neue Raumkonzepte, Barrierefreiheit, gesunde Umgebungen (Licht, Luftqualität, Energie), umweltfreundliche Heizung samt Dämmung, Ganztagesbetreuung sowie eine "Öffnung der Schule nach außen".
Bgm. Jörg betonte, dass auf mittlere Sicht einen Handlungsbedarf besteht: "Ich kann aber ohne Budget und ohne Planung derzeit nichts versprechen."
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit verschiedenen Kunstprojekten, Installationen, Filmen und einem "Actionbound", bei dem man mittels App die NMS-Räume erkunden konnten. Dazu gab es auch ein Gewinnspiel.
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