24.04.2016, 10:44 Uhr

Zams: FPÖ gegen weitere Asylunterkünfte

Auf der Klosterwiese in Zams sind mehrere Wohnobjekte für Menschen mit Behinderung und sowie mobile Unterkünfte für Flüchtlinge geplant.

Auf der 1,5 Hektar großen Klosterwiese in Zams sollen neben einem Inklusionsprojekt auch mobile Asylunterkünfte entstehen. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen dem Land und dem Mutterhaus.

ZAMS (otko). Ein Großprojekt des Mutterhauses der Barmherzigen Schwestern sorgte bereits in der Februar-Sitzung des Zammer Gemeinderates für eine kontroversielle Diskussion. Auf der rund 1,5 Hektar großen Klosterwiese in der Innstraße sind Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung geplant. "Das Inklusionsprojekt hängt mit dem Heim des Ordens in Mils bei Hall zusammen. Aufgrund von Auflagen müssen für Menschen mit Behinderung bis 2021 kleinere Wohneinheiten zur Verfügung gestellt werden. Wenn der Orden keine anderen Einheiten findet, ist dieses Grundstück dafür vorgesehen", erläutert Bgm. Siegmund Geiger.
Das Projekt sei eingereicht worden und steht in der Gemeinde. Bereits in der Februar -Sitzung hatte der Gemeinderat einstimmig die Erstellung eines Bebauungsplanes für das gesamte Grundstück beschlossen. "Allerdings sind noch einige Fragen zu klären, unter anderem auch der Hochwasserschutz, da Teile des Grundstücks in der gelben Zone liegen", weiß Andreas Grüner, Obmann des Raumordnungsausschusses.

"Asylprojekt verhindern"

Neben dem Inklusionsprojekt sollen auf der Klosterwiese aber auch mobile Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen. Das Land ist mit der Anfrage an den Orden herangetreten, ob eine Fläche des Klostergrundes zur Verfügung gestellt werden könnte.
Kritik an diesen Plänen kommt von Seiten der Zammer FPÖ. "Wir brauchen kein mobiles Flüchtlingsheim oder gar Traglufthallen im dichten Siedlungsgebiet. Die Gemeinde soll alles mögliche tun, um das Projekt zu verhindern. Anstatt permanent vor dem Kloster einen Kniefall zu machen, gilt es in Augenhöhe aufzutreten", betont GR Mathias Venier. In diesem Zusammenhang stellt er aber klar, dass er das Inklusionsprojekt befürwortet. "Mich stört an der Sache aber der Zeitpunkt. Vor der Wahl wurde alles beschönigt und abgewürgt. Uns wurde gesagt, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass das Projekt kommt und das Kloster dafür solch einen wertvollen Grund hernimmt.", kritisiert Venier.
Offiziell bekomme er von Seiten der Gemeinde keine Auskünfte zu diesem Thema. "Zams hat in Sachen Flüchtlinge bzw. Asylwerber bereits einen enormen Beitrag geleistet und man sollte die Hilfsbereitschaft Bevölkerung nicht überstrapazieren. Gerade aus anderen Regionen hört man genug Dinge und dies fällt dann auf die Gemeinde zurück", verweist Venier.

Derzeit laufen Gespräche

Bgm. Geiger weist die FPÖ-Kritik zurück: "Ich habe bisher offiziell noch noch nichts gehört, ob die Verhandlungen über das Asylprojekt zwischen dem Mutterhaus und dem Land beendet sind. Mein Stand ist gleich wie vor der Wahl – wir wissen, dass etwas passiert könnte und dass die Verhandlungen noch im Gange sind." Laut dem Zammer Dorfoberhaupt sind auch keine Traglufthallen sondern Gebäude in Holzbauweise angedacht, die aber nur zeitlich befristet aufgestellt werden. "Im Moment können wir sowie nichts tun. Wenn es soweit sein sollte, werden wir es in den Gremien behandeln und die Anrainer entsprechend informieren", bemerkt Geiger. Zudem müsse auch beim Asylprojekt die Sicherheit in Sachen Hochwasserschutz passen.
Auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER wollte das Mutterhaus keinen Kommentar zu den Verhandlungen abgeben. Georg Mackner von den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) bestätigt die laufenden Gespräche: "Noch ist nichts finalisiert. Die Verhandlungsgespräche mit den entscheidenden Vertragsparteien laufen. Wir hoffen auf eine gute Einvernahme und ein positives Projekt."
Derzeit gibt es im Zams 35 Flüchtlingsplätze, die aber aufgrund der Rotation nicht immer alle belegt sind.
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