27.07.2016, 05:30 Uhr

Bezirk Melk: Auf der Spur der Drogen

Immer mehr "Haschisch-Plantagen" wurden im Bezirk von der Polizei in den letzten Jahren ausgehoben. (Foto: LPD NÖ)

Längst sind Drogen nicht nur ein Problem der großen Städte. Die Konsumenten werden dabei immer jünger.

BEZIRK. In St. Pölten flog in der Vorwoche ein Dealer auf, der 12-Jährige mit Drogen versorgt hatte. Längst haben Cannabiskraut, MDMA, Ecstasy und Co. auch die entlegensten Gebiete des Landes erreicht. Die Konsumenten sind teilweise Jugendliche.
Die Bezirksblätter haben bei Fahndern und Sozialarbeitern nachgefragt, wie groß das Problem im Bezirk Melk wirklich ist.

Welche Drogen im Bezirk sind
"Aktuell wurden bei uns im Bezirk 45 Suchtgiftdelikte in diesem Jahr zur Anzeige gebracht, wobei das nicht nur Jugendliche betrifft", so Karl Nestelberger - Kriminaldienstreferent im Bezirk Melk. "Dabei handelte es sich zumeist um Konsum oder Anbau von Haschisch, welcher in den letzten Jahren vermehrt zugenommen hat. Harte Drogen wie Heroin, Opiate und synthetische Mode-Drogen kommen eher selten vor", weiß Nestelberger zu berichten.

Die Neugierde der Jugend
Für Sozialarbeiterin und Hilfswerk-Leiterin Andrea Wolf ist vor allem die Neugierde der Hauptgrund vieler Jugendlicher, Drogen zu probieren. "Sucht ist in dem Alter zwischen zwölf und 15 Jahren ein riesen Thema, wobei man sich schon sehr wundern muss, wie die Jugendlichen in so einem jungen Alter überhaupt an Drogen gelangen - besonders im ländlichen Bereich", so Wolf, die weiters feststellt: "So wie wir damals in der Jugend heimlich Zigaretten probiert haben, so sind es die Jugendlichen von heute, die Drogen probieren wollen. Dass es aber oftmals nicht nur beim Probieren bleibt, sondern sich zu einer ernstzunehmenden Sucht mit Folgen entwickeln kann, ist vielen nicht bewusst."

Drogen nicht häufigste Sucht
In Österreich gibt es 1,3 Millionen Nikotinabhängige und 340.000 Alkoholsüchtige. Medikamentensüchtig sind 150.000 Personen und die Internetabhängigkeit liegt bei knapp 60.000 Personen, im Glücksspiel sind es knappe 40.000. Die Drogenabhängigen sind mit 28.000 Personen vergleichsweise weit am Ende der Skala zu finden. Nichtsdestotrotz sind die Gefahren einer Drogensucht unumstritten.
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