26.07.2016, 10:30 Uhr

Die Spur der Drogen im Bezirk

In Ottenthal wurden vor fünf Jahren etwa 300 Stück Cannabispflanzen sichergestellt. (Foto: Polizei)

Längst sind Drogen nicht nur ein Problem der Städte. Die Konsumenten werden immer jünger. Eine Spurensuche.

BEZIRK. In St. Pölten flog in der Vorwoche ein Dealer auf, der 12-Jährige mit Drogen versorgt hatte. Längst haben Cannabiskraut, MDMA, Ecstasy und Co. auch die entlegensten Gebiete des Landes erreicht. Die Konsumenten sind teils Jugendliche. Die Bezirksblätter haben bei Fahndern, Sozialarbeitern, Ärzten und Schuldirektoren nachgefragt, wie groß das Problem im Bezirk Mistelbach ist.

215 Anzeigen
"Im Jahr 2015 gab es im Bezirk Mistelbach 215 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz, dennoch kann man hier nicht von großen Sachen sprechen", berichtet Chefinspektor Lambert Bergauer von der Polizeiinspektion Mistelbach. Die Jugendlichen würden sich Drogen primär in Wien, aber auch in Tschechien beschaffen. Hin und wieder wird auch eine Cannabis-Plantage im Bezirk entdeckt. "Cannabiskraut ist die häufigste Droge, mit der Jugendliche im Bezirk in Kontakt kommen. Auf Platz 2 liegen Amphetamine. Kokain, Pilze und LSD kommen nur in vernachlässigbar geringen Fällen vor", so Bergauer. Die meisten Plantagen werden durch Hinweise aus der Bevölkerung oder durch die Suchtmittelgruppe der Polizei entlarvt. Auch bei einer Hochzeit wurde zufällig eine Hanf-Plantage entdeckt. "Die Männer spielten Fußball, der Ball flog zum Nachbarn und dabei wurde dessen Drogenfeld im Garten entdeckt", schmunzelt Bergauer.

Auch in der Schule, wo sich viele Jugendliche tagtäglich treffen, sind noch keine gröberen Drogenfälle gekannt. "Wir arbeiten eng mit der Jugendberatungsstelle YOU.BEST in Mistelbach zusammen, die Experten kommen in die Schule und beraten Schüler und Lehrer", erzählt Mistelbachs HTL-Direktor Alfred Pohl. "Mit uns können die Jugendlichen über alles reden, auch Drogenprobleme sind Thema", berichtet Franz Roth von YOU.BEST. Bereits seit der Eröffnung 2013 gab es regen Zulauf, am öftesten kommen laut Statistik 14- und 15-jährige Jugendliche.
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