06.06.2016, 11:20 Uhr

ÖVP-Politikerin Christina Schlosser über Lerchenfelder Gürtel: "Wir brauchen eine Schutzzone"

"Man muss sich mit dem Drogenproblem in der Stadt immer wieder beschäftigen - sonst findet man nie eine Lösung", findet ÖVP Bezirksparteiobfrau Christina Schlosser

Die U-Bahn-Stationen werden von Drogendealern stark frequentiert. Der Kindergarten "Smileyworld" beim Drogen-Hotspot Lerchenfelder Gürtel soll nun speziell geschützt werden.

NEUBAU. JOSEFSTADT. "Der Kindergarten Smileyworld am Lerchenfelder Grüterl liegt unmittelbar gegenüber des Drogen Hotspots Thaliastraße. Die Eltern werden mit ihren Kindern auf dem Weg zum Kindergarten immer wieder von Dealern belästigt. Viele Mütter kommen nur mehr mit ständiger Angst zum Kindergarten", erzählt Christine Schlosser, ÖVP Bezirksobfrau in Neubau.

Für den Kindergarten ist die Situation mittlerweile existenzgefährdent geworden. Man möchte sich wieder sicher fühlen. Gefordert wird daher eine Videoüberwachung und zusätzliche starke Beleuchtungen. "Angsträume und dunklen Ecken müssen besser einsehbar sein. Auch unabhängig von den Drogen Hotspots bedeutet mehr Licht auch mehr Sicherheit", so Schlosser. Einen Antrag dazu ist bereits an eine Kommission weitergeleitet worden, die nun prüfen muss.


Große Hoffnung setzt man in die Gesetzesnovelle, die ab dem 1. Juni 2016 in Kraft ist - Drogendealer können nun in U-Haft genommen werden. Dadurch soll es in den U-Bahn Bereichen wieder zu normalen Zuständen kommen: "Bei der Thaliastraße sind schon sehr lange die öffentlichen WC Anlagen zugesperrt. Die Menschen erleichtern sich nun einfach draußen auf der Straße. Auch das muss sich unbedingt ändern", erzählt Schlosser.

Stärke Beleuchtung wird diskutiert

Auch im 8. Bezirk ist das Dorgenproblem schon seit längerer Zeit ein Thema: "Der Bezirk fördert verstärkt die Sozialarbeit im Bereich der Drogen Hotspots. Daneben stimmen wir uns auch regelmäßig mit Polizei und Wiener Linien ab. Diese Maßnahmen greifen auch gut. Trotzdem bleibt das Drogenthema aktuell", erklärt Katharina Mayr, Pressesprecherin der Bezirksvorstehung Joesfstadt. Auch die Forderung nach einer stärkeren Beleuchtung bei der U6 Station Josefstädter Straße wird in einer Kommission bereits disskutiert. Noch ist aber keine Maßnahme beschlossen worden.

In Informationsveranstaltungen können sich die Bewohner über die aktuelle Situation und die Vorgehensweise des Bezirks informieren. "Es sind sehr viele Beamte in Zivil im Bereich der U6 U-Bahn-Stationen unterwegs, die den Bürgern natürlich nicht auffallen. Es ist aber wichtig zu vermitteln, dass auf Sicherheit großen Wert gelegt wird", so Mayr.

Polizeipräsenz verstärkt

Im Vergleich zum Vorjahr gab es heuer im Frühjahr im Bereich der Thaliastraße doppelt so viele Anzeigen bei der Polizei - zum größten Teil handelte es sich dabei um Gesetzesübertretungen im Suchtgiftbereich. "Die Polizeiarbeit wurde uns bisher dadurch erschwert, da die aufgegriffenen Drogendealer meist am nächsten Tag wieder auf freiem Fuß waren und erneut aufgegriffen wurden. Nun ändert sich dies durch die Verhängung der U-Haft deutlich. In der letzten Woche ist die Gruppenbildung der Dealern bereits stark zurückgegangen", erklärt Polizei-Pressesprecher Paul Eidenberger.

Im Moment ist es noch zu kurzfristig um festzustellen, ob dieser Rückgang bei der Präsenz der Dealer auch von Dauer ist. Die Polizei verfolgt weiterhin das Ziel, die Dealer von den öffentlichen Orten wie U-Bahn-Stationen wegzubringen. "Realistisch gesehen wird die Drogenproblematik erst dann verschwinden, wenn es keine Nachfrage mehr gibt", so Eidenberger.
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