24.04.2016, 22:58 Uhr

Wir haben unsere Mitte verloren

Meinung von Bezirksblätter-Chefredakteurin Stefanie Schenker

Dieses Mal war von Anfang an klar: Alles wird anders werden. Auch wenn die Meinungsforscher am Ende weit daneben gelegen sind – sie haben die Ablehnung der Österreicher gegenüber einem weiteren ÖVP- oder SPÖ-Präsidenten richtig erkannt. Anstelle des bisher gewohnten Duells zwischen zwei ohnehin kaum unterscheidbaren Kandidaten hatten wir die Wahl zwischen sechs Kandidaten mit erkennbar unterschiedlichen Weltanschauungen. Mit der Stichwahl zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen stehen nun zwei extreme Gegenpole zur Wahl. Zwar haben wir unsere Wurschtigkeit gegenüber der Bundespräsidentenwahl abgelegt, gleichzeitig haben wir aber auch unsere jahrzehntelange "breite Mitte" verloren. Am Asylthema, am Umgang mit Menschenrechten und Obergrenzen scheiden sich die Geister. Die bevorstehende Stichwahl zwischen Hofer und Van der Bellen wird diese Spaltung in der Gesellschaft noch sichtbarer machen. Was fehlt, ist die Mitte, mit der die Mehrheit der Österreicher bislang leben konnte.

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Alex H. aus Tennengau | 25.04.2016 | 10:16   Melden
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Lucia Zeiger aus Innere Stadt | 25.04.2016 | 12:34   Melden
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Judika-Andromeda Zeiger aus Salzburg Stadt | 25.04.2016 | 13:12   Melden
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