11.08.2016, 10:01 Uhr

Haben wir noch alle sieben Zwetschken beisammen?

(Foto: NUPAT)
TRAUNSEE/ATTERSEE. Naturparkverein erhebt die Vielfalt an Zwetschkenarten in der Region – ein Zwischenbericht.

Seit Anfang August sind die Forscher Franz Höglinger (Botaniker) und Clemens Schnaitl im Auftrag des Naturparkvereins vor allem im Raum Altmünster unterwegs, um seltene Zwetschkenarten (sogenannte Primitivpflaumen) aufzuspüren. Ableger davon sollen dann in einem Sortenerhaltungsgarten des Projektpartners Verein Arche Noah eingebracht und dadurch erhalten und vervielfältigt werden.
Erste Funde konnten durch Blattproben und Fruchtexemplare erfolgreich belegt werden. So wurden u. a. im oberen Aurachtal ein fruchttragender Biedling, einige echte Kriechen, zwei Amarellen sowie drei noch nicht genau bestimmbare Primitivpflaumenarten gefunden. Auch der Fund einer fruchttragenden Ziparte beim Heimathaus Rabenwies ließ das Herz der Forscher höher schlagen. Clemens Schnaitl ist auch zuversichtlich, dass noch weitere seltene Arten wie Zwiespitz, Pemse, Punze und Spänling in der Gegend Kollmannsberg, Reindlmühl und Gmundnerberg zu finden sind und erhofft sich Unterstützung durch die Bevölkerung.

Wenn Sie eine Echte Krieche, Schlehe, Biedling, RotZwetschke, Pemse, Punze, Spänling, Ziparte oder Zwispitz bei sich zu Hause wissen oder eine zwetschkenähnlichen Obstbaum, den sie nicht kennen, freuen wir uns über Ihren Anruf unter 07663-20135. (Dieser Aufruf gilt übrigens auch für die anderen Naturparkgemeinden Aurach, Schörfling, Weyregg uns Steinbach am Attersee!)

Side-facts:
Der Naturpark setzt auf Zwetschke & Co - Primitivpflaumenerhebung
Die Gegend um den Attersee und Traunsee war und ist bekannt für ihren Reichtum an Zwetschken, wobei in den letzten 70 Jahren der Bestand an Zwetschken stark zurückgegangen ist (teilweise bis zu 90%). Daher setzt der Naturparkverein den Fokus seiner Tätigkeit auf den Erhalt der Echten Zwetschke sowie auf ihre nahen Verwandten in der sogenannten Primitivpflaumenfamilie wie Krieche, Schlehe, Biedling, Zwiespitz, Rotzwetschke, Punze und Ziparte. Dies soll auf mehreren Ebenen geschehen.
So ist im Zuge der Grundlagenarbeit geplant, zu erforschen, welche Arten der Primitivpflaumenfamilie noch vorhanden sind, um sodann Ableger davon in einem Sortenerhaltungsgarten einzubringen. So soll die Artenvielfalt an Primitivpflaumen erhalten und gefördert werden. In den Naturparkgemeinden Weyregg und Schörfling wurden in den vergangenen Jahren bereits sogenannte Kartierungen durchgeführt bzw. begonnen. Nun soll auch in den anderen Naturparkgemeinden erhoben werden, welche Zwetschkenarten noch im Naturpark vorhanden sind.
Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Haben Sie ein Exemplar von Krieche, Schlehe, Biedling, Zwiespitz, Rotzwetschke, Punze, Spänling oder Ziparte in Ihrer Obstwiese? Dann freuen wir uns über Ihren Anruf unter 07663-20135 oder naturpark@attersee-traunsee.at

Wie gehen wir bei diesen Erhebungen vor? (zur Info an die Grundstücksbesitzer)
Wir reisen durch Gebiet des Naturparks und suchen Kontakt zu Ihnen.
Wir untersuchen den entsprechenden Baum. Dazu kann es notwendig sein, einen Sommertrieb sowie einzelne Früchte (Kerne) zu entnehmen, um eine genaue Bestimmung der Art durchzuführen. Dies wird jedoch nicht ohne Ihre Zustimmung erfolgen.
Wir freuen uns über Ihre Unterstützung des Projektes und danken Ihnen für Ihr Verständnis!
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