18.08.2016, 10:20 Uhr

"Zuerst tief durchatmen"

Das Rote Kreuz empfielt, das Wissen über Erste-Hilfe-Leistungen etwa alle fünf Jahre in einem Kurs aufzufrischen. (Foto: Rotes Kreuz)
SCHÄRDING (smp). Für viele ist es eine Horrorvorstellung, Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall zu sein. Dabei sind gerade diese so wichtig. "Grundsätzlich ist Erste Hilfe recht einfach", erklärt Josef Hamedinger vom Roten Kreuz.

Was ist das Wichtigste?

Der erste Schritt ist die Gefahrenstelle abzusichern. Also Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Pannendreieck aufstellen. Keinem ist geholfen, wenn der Ersthelfer verletzt wird.
Sofort danach gilt es, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Was ist passiert? Wer ist an dem Unfall beteiligt? Wie viele Verletzte gibt es und in welchem Zustand sind diese? Das sind auch wichtige Details die beim Notruf angegeben werden sollten.
Ein tiefer Atemzug und sich selber beruhigen ist dabei das A und O. "Jeder hat schon mindestens einmal einen Kurs gemacht. Zuerst tief durchatmen dann fällt einem vieles wieder ein."
Es kann vorkommen, dass Personen hinterm Steuer eingeklemmt sind, oder verletzt auf der Straße liegen. Diese müssen unverzüglich aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.
Nun folgt der Notruf, 144. "Die Situation beschreiben, den eigenen Standort angeben und wer anruft", betont der Experte.

Sicherheit geben

Kein Unfall ist gleich. Welche Handlung als nächstes kommt, ist immer individuell. "Am Wichtigsten ist: Ruhe ausstrahlen." Ist die verletzte Person ansprechbar, versichert der Ersthelfer mit ruhiger Stimme, dass er da bleibt, nennt die nächsten Schritte und auch seinen Namen. "Einfach gesagt, Sicherheit geben."
Wenn eine Atmung festgestellt werden kann, aber der oder die Verletzte nicht bei Bewusstsein ist, kommt die stabile Seitenlage zum Einsatz.
Keine Atmung und kein Bewusstsein verlangen eine sofortige Herzdruckmassage, bis ein Rettungssanitäter eintrifft. "Diese immer abwechselnd 30 mal durchführen und zwei mal beatmen."

Falsche Hilfe gibt es nicht

"Erste Hilfe passiert situativ und mit Hausverstand", meint der erfahrene Sanitäter. Die wichtigsten Werkzeuge seien der Kopf die Hände und Handschuhe und Beatmungstuch zum eigenen Schutz. Bei stark blutenden Wunde, arbeitet der Helfer instinktiv mit Druck. Entweder durch bloßes Drücken auf die Wunde mit der Hand oder auch mit einem Druckverband. Bei Knochenbrüchen hilft die richtige Lagerung, es der Person so angenehm wie möglich zu machen.
Hinzu kommt, dass die Natur unser Freund ist, "der Körper reagiert bei Schmerzen automatisch mit einer schonenden und schmerzlindernden Position."
Auch wenn viele befürchten etwas falsch zu machen, reagiert man im Normalfall intuitiv richtig. Der größte Fehler wäre gar nicht zu helfen.

Für alle die jetzt denken, dass es nicht schlecht wäre die eigenen Kenntnisse aufzufrischen, der nächste Kurst beginnt am 27. September um 19:00 Uhr in jeder Rotkreuzdienststelle im Bezirk Schärding. Anmeldungen entweder im Internet oder direkt beim Roten Kreuz.
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